Doch wieder ist es eine Sex-Affäre, wegen der der frühere französische Finanzminister sich vor der Justiz verantworten muss. Er nahm an Sex-Partys mit Prostituierten teil - im nordfranzösischen Lille, aber auch in Paris, Brüssel und Washington.

Der weißhaarige 65-Jährige will nicht gewusst haben, dass es sich um bezahlten Sex handelte. Aber DSK, wie er in Frankreich genannt wird, könnte sogar die zentrale Figur der freizügigen Soirées gewesen sein, der "Partykönig".

Er könnte seine mutmaßlichen Komplizen dazu gebracht haben, neue Callgirls für seine Orgien anzuheuern. "Schwere gemeinschaftliche Zuhälterei" lautet deshalb der Vorwurf. Die sogenannte Carlton-Affäre war wenige Monate nach dem Karriere-Aus des einstigen Hoffnungsträgers der Sozialisten ans Licht gekommen. Der musste am 18. Mai 2011 zurücktreten, nachdem er ein Zimmermädchen im New Yorker Luxushotel Sofitel zum Oralsex gezwungen haben soll. Auch wenn Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Hotelangestellten zu einer Einstellung des Strafverfahrens führten, kamen mit der Sofitel-Affäre auch andere sexuelle Übergriffe ans Licht.

So beschuldigte die französische Publizistin Tristane Banon den Ex-Minister der Vergewaltigung. Strauss-Kahn habe sich auf sie gestürzt "wie ein brünftiger Schimpanse", sagte sie französischen Medien. Auch die Prostituierten, die ihn zusammen mit Honoratioren aus Lille trafen, beschreiben den Finanzexperten als einen brutalen, triebgesteuerten Mann. Strauss-Kahn hatte schon ein Jahr nach seiner Ernennung als IWF-Chef Schlagzeilen gemacht, als eine Mitarbeiterin ihm vorwarf, sie zu einer Affäre gezwungen zu haben... Nun jedenfalls steht Strauss-Kahn zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren vor Gericht.