Nach Ungerechtigkeiten, die die Welt noch nicht empören. Nach dem Nano-Elend, das der Mainstream ignoriert. Wer so was findet, kriegt vielleicht ein Hashtag, dann brummt der Laden. Dieser diffizile Mechanismus erklärt vielleicht das Zustandekommen dieser sonderbaren Meldung: Der Linke André Hahn beklagt die Unterrepräsentanz ostdeutscher Städte im Taufregister von Lufthansa-Flugzeugen.

Dem promovierten Geschichtslehrer und Bundestagsabgeordneten ist aufgefallen: "Nur jedes 10. Lufthansa-Flugzeug hat einen ostdeutschen Namen." Wir dürfen annehmen, dass Hahn auf dem Weg in die wohlverdiente Sommerauszeit schon auf der Startbahn saß, angeschnallt und sicherheitsinstruiert. Dass er wartete, dass es endlich losgeht, und zum Fenster rausblickte. Und dann machte es: bling! Dann holte Hahn sein Handy noch mal aus dem Flugmodus zurück, rief "Mitarbeiter 2" an, der sollte mal nachhaken bei der Lufthansa. Und, Tatsache, hier klafft noch im Jahr 25 der Einheit ein deutsch-deutscher Graben: Von 184 Flugzeugen der deutschen Fluglinie sind nur 17 nach ostdeutschen Städten benannt.

Der Rest heißt Hamburg, München oder Hanau. Dieser Missstand ist zudem so unbeackert, er ist nicht mal dem zuständigen Verkehrsstaatssekretär bekannt, ganz zu schweigen von der Kanzlerin. Ein Volltreffer.