Von dort kommt Heinrich Timmerevers, dort amtiert der Theologe seit 15 Jahren als katholischer Weihbischof.

Demnächst wird er sich umstellen müssen: Denn gestern um zwölf Uhr ernannte Papst Franziskus Heinrich Timmerevers zum neuen Bischof im Bistum Dresden-Meißen. Künftig wird der aus einer Bauernfamilie stammende Theologe in einer der Regionen mit den wenigsten Katholiken Deutschlands amtieren. Gerade einmal drei Prozent der Bevölkerung gehören in Sachsen der katholischen Kirche an.

Größer als zwischen Vechta und Dresden könnte der Kontrast kaum sein.Timmerevers ist trotzdem zuversichtlich: "Ich komme als Lernender und möchte Neues kennenlernen", sagte der designierte Bischof am Freitag in Vechta. Hoch engagiert ist der Theologe in der Ökumene mit der evangelischen Kirche, regelmäßig fanden in Oldenburg gemeinsame Termine mit dem dortigen evangelischen Bischof Jan Janssen statt. Die evangelisch-lutherische Kirche in Oldenburg sprach in einer Pressemitteilung am Freitag sogar von einem "Paradebeispiel ökumenischer Zusammenarbeit." Und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich(CDU) würdigte Timmerevers als "zupackenden Baumeister der katholischen Kirche, der nicht nur lateinisch, sondern lebensnah spricht".

Das Bistum Dresden-Meißen war vakant geworden, als Bischof Heiner Koch Ende 2015 Erzbischof von Berlin wurde. Ein Termin für die Amtseinführung von Timmerevers steht derzeit noch nicht fest - doch auf dem Deutschen Katholikentag Ende Mai in Leipzig wird es erste Möglichkeiten zum Kennenlernen geben.