Großzügig finanzierte Jauch in der Vergangenheit die Sanierung oder den Wiederaufbau historischer Bauten. Dass sein Engagement nicht noch größer wurde, verhinderte aus seiner Sicht erfolgreich die Bauverwaltung. Die nämlich lege zweierlei Maß an: Gutwillige, die etwas für das Stadtbild täten, würden schikaniert; "Pinsel-Sanierer" dagegen, die sich in Rambo-Manier über alle Bestimmungen des Denkmalschutzes hinwegsetzten, blieben unbehelligt.
Einige Projekte habe er gar nicht erst angepackt, um - nach schlechten Erfahrungen - den zuständigen Sachbearbeitern nicht ein zweites Mal zu begegnen, erzählte Jauch dieser Tage immer wieder. Die Attacken haben bei Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) die Alarmglocken läuten lassen. "Er ist stinksauer", stellte das Stadtoberhaupt mit Blick auf seinen bisherigen Gönner fest - und gelobte umgehend Besserung. Bei geförderten Bauprojekten erwarte er von seinem Apparat "keine Krähwinkelei und Haarspalterei", sondern volle Unterstützung. Es werde allen Kritikpunkten nachgegangen.
Immerhin gab es am Wochenende noch einmal etwas zu feiern: Das Fortunaportal des alten Potsdamer Stadtschlosses erhielt zwei seiner Trophäengruppen zurück, tonnenschwere Sandsteinmonumente, die eine Art frühes Völkerrecht symbolisieren. Einer der Spender für die jahrelange Rekonstruktion des Figurenschmucks ist Jauch, der bereits mit Millionenaufwand das Portal wiedererstehen ließ. Es galt als schönster Teil des barocken Stadtschlosses der Hohenzollern, das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und auf Geheiß der DDR-Führung 1959/60 abgerissen wurde.
In der Vergangenheit beteiligte sich der gebürtige Münsteraner und Wahl-Potsdamer Jauch unter anderem an der Sanierung des Belvederes auf dem Pfingstberg oder auch an der von Häusern im Holländischen Viertel. Ebenso schön wie hässlich könne die Stadt an der Havel sein - je nachdem, welche ihrer Ecken man gerade betrachte, bemerkte er jüngst beim Empfang der ihm verliehenen Schinkelmedaille. Der Architekten- und Ingenieur-Verein ehrte ihn so für seine Verdienste um Baukultur und Denkmalpflege in Potsdam. Wie zwiespältig sein Verhältnis zu der im Krieg stark zerstörten Stadt ist, machte Jauch in seiner Dankesrede deutlich: Potsdam habe sich vom Aschenputtel zu einer Mischung aus "missgünstiger Fee und bösem Wolf" gewandelt.
Zuvor hatte ihn Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) noch als einen Stadtbürger gelobt, wie ihn sich ein Bürgermeister nur wünschen könne. Jauch hat sich vorerst bei Spenden "eine kleine Pause verordnet" und hofft auf einen Mentalitätswechsel in der Stadtverwaltung. Außer ihm gebe es viele andere Leidtragende, die bisher nur "die Faust in der Tasche geballt hätten". Vielleicht habe er jetzt eine gute Vorlage gegeben, um "aufzuräumen".