Doch vor allem CSU-Chef Seehofer traut seinem bisherigen Generalsekretär offenbar jedes Amt zu. "Meine Planung war nicht die, dass ich nur 100 Tage im Amt des CSU-Generalsekretärs bleiben werde", sagte Guttenberg bei seiner Vorstellung am Montag in München. Erst im November hatte er das Amt übernommen. Seit 2002 im Bundestag Für Guttenberg ist der Umzug nach Berlin eine Rückkehr. Er war mit seinem Einzug in den Bundestag 2002 dorthin gezogen und verbrachte da mehr Zeit als am Stammsitz der Familie im oberfränkischen Guttenberg. Auch nach der Berufung zum Generalsekretär blieb seine Familie in Berlin wohnen. Guttenberg ist seit 2000 mit Stephanie Gräfin von Bismarck-Schönhausen verheiratet, einer Nachfahrin Otto von Bismarcks. Das Paar hat zwei Töchter. Und Guttenberg hat auch sein Bundestagsmandat behalten. Im Bundestag profilierte sich der 37-Jährige bislang vor allem als Außenpolitiker. Er beschreibt sich dennoch als profunder Kenner wirtschaftlicher Zusammenhänge. Dabei verweist er darauf, dass er vor seiner politischen Karriere mit in der Leitung des Familienunternehmens, der Guttenberg GmbH, saß. Dabei sei er eng am Börsengang des Rhön-Klinikums beteiligt gewesen und habe dort im Aufsichtsrat "vieles" gelernt. Die Familie hatte 2002 ihren Anteil an der Klinik-Gesellschaft verkauft. Der Glos-Nachfolger sagt, die soziale Marktwirtschaft habe bereits vor seiner Karriere als Berufspolitiker sein wirtschaftspolitisches Denken geprägt und präge heute sein ordnungspolitisches Denken. Soziale Marktwirtschaft müsse im Mittelpunkt stehen, sagt der ehrgeizige Guttenberg - und befindet sich damit auf einer Linie mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die die Berufung zufrieden zur Kenntnis nahm. So wie Seehofer hält sie Guttenberg für ein großes politisches Talent. Mit seiner Umtriebigkeit brachte Guttenberg im Bundestag vor allem die CDU-Außenpolitiker ins Schwitzen. Er stieß zahlreiche Debatten an und ging auch unkonventionelle Wege. Durch den oft öffentlichkeitswirksamen Einsatz fühlte sich etwa der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Eckart von Klaeden (CDU), zeitweise an den Rand gedrängt. Hohe Erwartungen Angesichts einer der "größten Krisen der vergangenen Jahre" stelle er sich auf eine Kärrnerarbeit ein, an die er aber "mit Freude" herangehen werde, so Guttenberg. Wie genau er die Zeit bis zur Bundestagswahl im September dabei ausfüllen will, ließ er offen. Er lehnt aber einen noch steigenden staatlichen Einfluss als Mittel gegen die Wirtschaftskrise ab. Guttenberg weiß, dass seine Partei hohe Erwartungen an ihn hat. Gerade aus der CSU war zuletzt Kritik laut geworden, die Union müsse verloren gegangenes wirtschaftspolitisches Profil zurückgewinnen. Guttenberg ist nun der Hoffnungsträger dafür.