Nach der Wende geht die Kohleförderung in der Region drastisch zurück. Lakoma bekommt 15 Jahre Gnadenfrist. Junge Leute ziehen in die verlassenen Häuser und schließen befristete Mietverträge mit dem Bergbauunternehmen ab. Etwa 50 Menschen demonstrieren im Juli 2005 gegen den Abriss der letzten geräumten Wohnhäuser.
Im Februar 2004 reicht Vattenfall das Spreeauenprojekt als geplante Ausgleichsmaßnahme für den Verlust der Lakomaer Teiche beim Landesbergamt ein. Im Juni wird eine öffentliche Anhörung der Pläne von Protesten der Umweltschützer begleitet. Der Lakoma-Verein der Braunkohlekritiker wird im Herbst 2004 mit einem gemeinsamen Preis von ZDF und Bundesstiftung Umwelt ausgezeichnet.
Im Oktober 2005 holt die Polizei acht Robin-Wood-Aktivisten in Lakoma von Bäumen, die knapp zwei Wochen besetzt gewesen waren. Der Protest richtet sich gegen Abholzungen am Hammergraben. Vattenfall hatte eine Genehmigung dafür bekommen, um Entwässerungsmaßnahmen vornehmen zu können. Der Tagebau hat sich dem Teichgebiet zu diesem Zeitpunkt schon auf Sichtweite genähert.
Im September 2005 scheitert die Grüne Liga mit einer Eilklage gegen die Cottbuser Oberbürgermeisterin am Verwaltungsgericht Cottbus. Die Naturschützer wollen sie damit zwingen, gegen die bereits vorhandenen Grundwasserabsenkung in Lakoma vorzugehen.
Im Sommer 2006 beginnen Naturschutzverbände Protestunterschriften zu sammeln. Anfang November werden rund 2500 Unterschriften gegen die Zerstörung der Teichlandschaft an die Brandenburger Landesregierung übergeben. Vor der Staatskanzlei werden 170 Holzkreuze aufgestellt, um auf die mehr als 170 bedrohten Arten wie Schwarzstorch, Rotbauchunke und Eremitenkäfer aufmerksam zu machen.
Anfang Dezember scheiterte ein Eilantrag der Grünen Liga gegen den vorzeitigen Baubeginn bei der Spreeauenrenaturierung vor dem Verwaltungsgericht Cottbus. Das Landesbergamt hatte den vorzeitigen Beginn jahreszeitabhängiger Arbeiten wegen bereits vorhandenen Zeitverzuges erlaubt. (Eig. Ber./sim)