Künftig soll er die Kastanien aus dem Feuer des Großflughafens BER holen: Rainer Bretschneider. Der bisherige Staatssekretär im Verkehrsministerium wechselt demnächst in die Staatskanzlei, um dort eine Art Kompetenzzentrum für das Thema Flughafen zu leiten.

Experten aus allen mit dem Thema BER befassten Ministerien sollen dort zusammengefasst werden, um den designierten Aufsichtsratsvorsitzenden Matthias Platzeck zu beraten. Im Land Brandenburg ist der ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen stammende Beamte kein Unbekannter: 1990, gleich nach der Wende, kam er als Gründungsbeauftragter des damaligen Ministeriums für Stadtentwickkung, Wohnen und Verkehr ins Land. Anschließend war er 14 Jahre lang als Abteilungsleiter zunächst für Grundsatzpolitik und dann für Verkehr zuständig, bevor er 2008 zum Staatssekretär berufen wurde.

Heute ist Bretschneider einer der letzten Überlebenden aus den Gründungsjahren des Landes Brandenburg - und damit auch ein alter Bekannter von Matthias Platzeck, der bekanntlich schon der ersten Regierung des Landes Brandenburg nach der Wende angehörte. Er gehört zum inneren Kreis, sagen Potsdamer, die es wissen müssen.

Künftig aber wird Bretschneider zum wichtigsten Krisenmanager des Landes mutieren - er wird derjenige sein, der für den Ministerpräsidenten die Akten liest, und Lösungsvorschläge erarbeiten muss. Kann Bretschneider das schaffen? Seine Vertrauten zweifeln nicht daran. Der Chef der Staatskanzlei, Albrecht Gerber, würdigt den neuen, etwas korpulenten Flughafen-Beauftragten jedenfalls auf eine ganz eigene Weise: "Obwohl er nicht so aussieht, ist er ein ganz behänder Typ."