Lakshmi Mittals Imperium erstreckt sich über die ganze Welt - von Eisenhüttenstadt bis Taiwan, von Algerien bis Chile. Am heutigen Montag wird der Stahl-Magnat 65 Jahre alt.

Sein Erfolgsrezept beschreibt der Mann, der von den indischen Medien gern "König des Stahls" genannt wird, so: "Ich kaufe Unternehmen, fusioniere, konsolidiere sie, reduziere ihre Kosten, mache sie sehr effizient." Denn selbst Stahlwerke auf der grünen Wiese zu bauen - das habe er schon früh erkannt - dauere einfach zu lange. "Das Leben ist sehr kurz. Wenn man wirklich etwas erreichen will, muss man es sehr schnell machen."

Mittals Vater Mohan sah das anders, er setzte als kleiner Stahlindustrieller auf Beständigkeit. Das war in den 1970er-Jahren, als Neu Delhi alle Betriebe staatlich kontrollierte. Wachstum war schwierig. Der junge Mittal sah seine Chance erst gekommen, als er mit 25 Jahren das erste Mal im Ausland Urlaub machte. Sein Vater hatte ihm den Auftrag gegeben, nebenbei das Stahlwerk in Indonesien zu verkaufen. Doch Mittal behielt es - und blieb 14 Jahre lang in dem südostasiatischen Land.

Es folgten Einstiege in Trinidad, Mexiko, Kanada und 1995 der Kauf der Hamburger Stahlwerke. Die kühne Strategie ging auf, Mittal setzte sich an die Spitze der Branche. Er ist der erste Industrielle aus einem Schwellenland, der über ein weltweites Firmenimperium herrscht. Nach der Fusion mit Arcelor setzte Mittals Unternehmen zwischenzeitlich 125 Milliarden Dollar (112 Milliarden Euro) pro Jahr um und beschäftigte rund 326 000 Mitarbeiter. Dann litt sein Unternehmen - wie die gesamte Stahlbranche - unter der weltweiten Konjunkturabkühlung. Heute wird sein Vermögen vom Magazin "Forbes" auf fast 14 Milliarden US-Dollar geschätzt.