Mittendrin steht Praktikant Alawi Mohamad an der Theke und bereitet Obst und Gemüse vor: Brokkoli schneiden, Kartoffeln schälen, Apfelsinen filetieren.

In Syrien musste er seine Ausbildung zum Koch abbrechen. Jetzt träumt der 19-Jährige davon, seine Koch-Ausbildung in Lübbenau zu machen. "Ich liebe es zu kochen, und ich liebe Lübbenau", sagt Alawi auf Arabisch, während er die Brokkoliröschen in ein Sieb gibt.

In vielen deutschen Städten war er, bis er vergangenen Oktober in Lübbenau ankam. "Nirgendwo wurde ich so gut behandelt wie hier. Man gibt mir das Gefühl, gebraucht zu werden", übersetzt Dolmetscherin Fazia Fischer die Worte von Alawi. In Frieden leben möchte er hier, sich verwirklichen und die deutsche Sprache lernen.

Momentan verständigt er sich mit den Kollegen noch über Mimik und Gestik. Das sei durchaus schwierig, sagt Chefin Anke Gräfin zu Lynar. "Wir müssen schauen, was sich daraus entwickeln kann." Eine Ausbildung im Schloss sei durchaus möglich. "Wir verstehen unsere gesellschaftliche Verantwortung darin, Chancen zu bieten. Egal wem", sagt die Gräfin. Während des Praktikums soll herausgefunden werden, welchen Kochstandard Alawi mitbringt. Nicht nur mit der deutschen Küche muss er sich anfreunden, auch mit den Werten. "Ich bin immer pünktlich", versichert Alawi. Er weiß, dass das entscheidend ist.

Für ihn ist Arbeit das Wichtigste, was es gibt. "Bevor ich hier arbeiten konnte, habe ich mich krank gefühlt." Je mehr er nun in den Betrieb involviert wird und mit den Arbeitskollegen kommuniziert, desto weiter kommt er sprachlich sowie in der Integration vorwärts, weiß Anke Gräfin zu Lynar.