Am Mittwoch hat das Kabinett die Neubesetzung offiziell beschlossen.

Schindler gilt als „verbindlich, aber sehr durchsetzungsfähig“. Er soll in seinem neuen Amt für die Bundesregierung politische, wirtschaftliche und andere wichtige Erkenntnisse aus dem Ausland sammeln.

Schindler hat im Innenministerium seit mehr als 20 Jahren in verschiedenen Verwendungen seine Karriere „immer höher schrauben können“, sagt einer seiner Mitarbeiter. Als sein stärkster Förderer und Fürsprecher wird der frühere Chef des Innenministeriums, Wolfgang Schäuble (CDU), genannt, der jetzige Bundesfinanzminister. In der rot-grünen Koalition war Schindler unter dem SPD-Innenminister Otto Schily Leiter der Stabsstelle „Moderner Staat“.

Sein besonderes Verhandlungsgeschick hat Schindler nach Darstellung von Mitarbeitern zuletzt beim parlamentarischen Durchboxen einer Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze gezeigt, die zum 10. Januar 2012 ausgelaufen wären. Mit seinem Eintreten für die vom CSU-Innenminister Hans-Peter Friedrich befürwortete Verlängerung der Befugnisse, die von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) nicht wohlwollend gesehen waren, habe sich Schindler „keine Lorbeeren“ in den eigenen FDP-Reihen erworben. Mit der Einigung könnten die Sicherheitsbehörden aber jetzt für weitere vier Jahre an zentralen Stellen auf Bank- und Flugdaten von Terrorverdächtigen zugreifen.

Intern gilt Schindler als „Kuriosum“ – da sowohl Unions- als auch SPD-Politiker sich lobend für ihn als neuen BND-Chef ausgesprochen hätten, die eigenen FDP-Leute ihn indes kritisch und sogar ablehnend betrachten. Dafür verantwortlich sei seine immer an den Tag gelegte unbedingt konsequente Haltung in Sachen innere Sicherheit.