Nach 10,7 Prozent im Vorjahr solle die Wirtschaft in diesem Jahr etwas langsamer wachsen, um das Wachstum nachhaltiger zu machen. Es müsse weniger Energie verbraucht und die Umwelt geschützt werden. Ma Kai wies zugleich Warnungen im Ausland zurück, Chinas Aufstieg stelle eine Gefahr für die globale Energiesicherheit dar. "Das ist ungerecht."
China verbrauche pro Kopf weniger als die Hälfte des Öls, das im Durchschnitt weltweit konsumiert werde. Im Vergleich zu den Amerikanern sei es weniger als ein Zehntel. China importiere auch nur 100 Kilogramm Öl pro Kopf, während in der Welt durchschnittlich 400 Kilogramm eingeführt würden. Die USA bräuchten sogar 2,1 Tonnen Ölimporte pro Einwohner. "Deswegen kann ich mir nicht vorstellen, wie einige Leute sagen, dass wir mit geringem Verbrauch und niedrigen Importen eine Bedrohung für die globale Energiesicherheit darstellten - im Gegensatz zu den Ländern mit hohem Konsum und hohen Einfuhren."
Die Ziele der Regierung, bis 2010 den Energieverbrauch gemessen an der Wirtschaftsleistung um 20 Prozent zu senken sowie zehn Prozent weniger Schadstoffe auszustoßen, blieben gültig, auch wenn sie im vergangenen Jahr deutlich verfehlt worden seien. Der Minister des obersten Wirtschaftslenkungsorgans forderte, das Wachstum müsse auch besser die wachsende Einkommenskluft in China überwinden. "Wenn wir dieses Problem nicht lösen, wird es Auswirkungen auf die Entwicklung der Produktivität und die soziale Stabilität haben."
Nach den Turbulenzen an Chinas Aktienmärkten und den folgenden Einbrüchen an anderen Börsen weltweit sagte Ma Kai, Chinas Märkte seien noch "relativ klein" und könnten nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Es sei unmöglich, dass sie weltweite Auswirkungen hätten. Andere Aktienmärkte sollten ihre eigenen Probleme in den Griff bekommen. In diesem Jahr rechnet der Minister weiter mit einem stabilen und schnellen Wirtschaftswachstum in China. Schon 2006 habe sich die Stabilität der Wirtschaft verbessert. Größere Schwankungen seien vermieden worden. Die hohen Anlageinvestitionen seien unter Kontrolle, drohten aber durch Schlupflöcher wieder zuzulegen.
Das wie üblich vorsichtige Ziel der Regierung von nur acht Prozent Wachstum in diesem Jahr dürfte aber wie bereits in den Vorjahren wieder übertroffen werden. Die Weltbank geht von 9,6 Prozent aus. Seit vier Jahren hat China ein Wachstum von rund zehn Prozent erreicht.
(dpa/roe)