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| 02:39 Uhr

Der Herrliche zerstört den historischen Schlosspark

"Kyrill" begräbt ein Auto in der Bungalowsiedlung Dobra.
"Kyrill" begräbt ein Auto in der Bungalowsiedlung Dobra. FOTO: mcl1
Lauchhammer. Am Abend erreicht "Kyrill", was so viel heißt wie der Herrliche, das Stadtgebiet von Lauchhammer. Horst Gärtner, der seit 67 Jahren am Mückenberger Schlosspark wohnt, schaut besorgt auf den Westhimmel. Kathleen Weser

Der zeigt sich in gespenstischen Farben. In der Ferne sind Blitze zu sehen, die sich in alle Richtungen ausbreiten. Aus Richtung Plessa fegt der Sturm dann über den Park. "Regen, Sand, Äste, Hagel und Unrat, den der Orkan vor sich her getrieben hat, sind über den Hof geflogen. Ich habe es nur mit größter Mühe geschafft, die Tür zum Haus überhaupt noch zu schließen", erzählt Horst Gärtner. Etwa eine Viertelstunde dauert der Spuk an.

Die Schäden sind in Lauchhammer gewaltig. Zwei Millionen Euro schwer sind sie allein an städtischen Objekten. Das hat der Kassensturz ergeben, bestätigt Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos). Am stärksten hat der Schlosspark gelitten. Völlig zerstört und des wertvollen Baumbestandes von der Naturgewalt fast völlig beraubt, muss der Park für Besucher geschlossen werden.

Auch am Rathaus sind Dach, Fenster und Fassade beschädigt. Auch Nässe ist in das Gebäude eingedrungen. Das Schulhaus in Lauchhammer-Süd hat gelitten, weil das Dach teilweise zerstört wurde.

Beraten von Landschaftsplanern hat Lauchhammer sofort und im Jahr 2008 weiter mit den Aufbauarbeiten begonnen. Der historische Schlosspark freilich war dahin. Ein Gestaltungskonzept, das wieder auf die alte Pracht hinarbeitet und auch moderne Nutzungen erlaubt, ist mit der Denkmalbehörde geschmiedet worden. 274 Bäume und 845 Quadratmeter Hecke wurden neu gepflanzt.

Der Verlust des alten Baumbestandes um das verschwundene Mückenberger Schloss lässt Horst Gärtner noch immer das Herz bluten. "Kyrill" hat in seinem Lebensumfeld viel verändert.