Die Betreiberfirma Tepco wollte das Einpumpen von Meerwasser zur Kühlung der beschädigten Reaktoren anhalten, bis der damalige Ministerpräsident Naoto Kan über die Lage informiert sei. Yoshida weigerte sich und setzte die Kühlung fort. Sein Handeln verhinderte eine noch schlimmere Katastrophe.

Yoshida wurde zunächst gemaßregelt, aber später von der Presse als Held gepriesen. Am Dienstag starb er im Alter von 58 Jahren an Krebs.

Der in Osaka geborene Atomingenieur arbeitete seit 1979 für den japanischen Energiekonzern Tepco, 2010 übernahm er die Leitung von Fukushima. Yoshida habe "große Führungsstärke" bewiesen, sagte Kan nach der Katastrophe. Der von der Tepco-Informationspolitik frustrierte Ministerpräsident vertraute dem Direktor, genau wie seine Mitarbeiter. Yoshida habe immer gut auf seine Leute geachtet, sagten Arbeiter in Fukushima japanischen Medien.

Allerdings wurde er wegen der mangelnden Sicherheitsvorkehrungen gegen Tsunamis kritisiert. Für diese sei er verantwortlich gewesen, als er bei Tepco die Abteilung für die Verwaltung der Atomanlagen leitete.

160 000 Menschen mussten wegen der Strahlengefahr ihre Häuser verlassen. Manche für immer. Yoshida trat im Dezember 2011 zurück - bei ihm war Speiseröhrenkrebs diagnostiziert worden. Tepco erklärte, die Erkrankung stehe nicht in Zusammenhang mit dem Unglück.

Im Juli 2012 wurde er wegen Gehirnblutungen operiert. "Ich dachte mehrmals, ich würde sterben", sagte er später über die dramatischen Stunden im Kraftwerk. Trotzdem wollte er nach Fukushima zurückkehren. "Es ist bedauerlich, dass wir nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten können. Wir werden unser Möglichstes tun, um Fukushima wieder aufzubauen. Herr Yoshida hat sein Leben riskiert, um es zu beschützen", sagte Tepco-Präsident Naomi Hirose.