"Meine Eltern waren gegen die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik und haben mich zum Pazifisten erzogen", sagt der 56-jährige Pastor aus dem niedersächsischen Schüttorf.
Mit diesem persönlichen Hintergrund setzt er sich für US-Soldaten ein, die aus moralischen, ethischen oder religiösen Gründen den Kriegseinsatz verweigern. Er hilft den Deserteuren und versteckt sie bei Freunden oder an geheimen Orten im europäischen Ausland. "Über ein Netzwerk biete ich besonders den in Deutschland stationierten Soldaten psychologische, juristische und finanzielle Unterstützung an", sagt ter Horst. Bereits in den 70er-Jahren engagierte sich der Pastor in einer Bürgerinitiative gegen einen Bombenabwurfplatz der Bundeswehr in Nordhorn. Heute betreut ter Horst eine evangelisch-reformierte Kirchengemeinde mit 7000 Mitgliedern in Schüttorf in der Grafschaft Bentheim. Nebenher schreibt er Sachbücher. Jüngst erschien erstmals ein Roman aus seiner Feder: "Manhattan - In der Gewalt der Geheimdienste". Ter Horst: "Das Buch verbindet Fiktion und mein reales Leben." Folgerichtig komme der Erlös aus dem Buchverkauf der Deserteurshilfe zugute.
Dem US-Geheimdienst CIA traut der Pastor so ziemlich alles zu. Deshalb lässt er bei seiner Arbeit für die Kriegsdienstverweigerer große Vorsicht walten. "Wenn ich in die USA flöge, müsste ich wahrscheinlich mit Festnahme und Verhör rechnen. Wir müssen immer damit rechnen, dass Telefonate abgehört werden. Also finden wir Wege der Anonymisierung, um einen Treffpunkt zu vereinbaren oder einen Brief zu hinterlegen", berichtet ter Horst von den Vorsichtsmaßnahmen bei der Kontaktaufnahme mit Betroffenen.
"Am liebsten ist mir, die Soldaten gar nicht zu sehen, damit schütze ich mich selbst", sagt der Pastor. Auch über die Aufenthaltsorte der Deserteure wird Stillschweigen gewahrt. Wenn jemand in einem fremden Land versteckt werde, sei die psychologische Betreuung am wichtigsten. "Das gilt auch für ihre Familien. Das biete ich an, damit sie nicht allein mit der Situation sind", sagt der Pastor, der dabei mit Netzwerken wie dem Verein "Connection" im hessischen Offenbach zusammenarbeitet.
Juristische Hilfe wird durch das Military Counseling Network (MCN) in den Vereinigten Staaten vermittelt, finanzielle Unterstützung mit Spenden ermöglicht. Darüber hinaus erhält ter Horst nach eigenen Angaben viel Zustimmung aus privaten Kreisen. Auf Angaben über die Zahl der Deserteure unter den etwa 70 000 in Deutschland stationierten US-Soldaten verzichtet der Pastor unter Hinweis auf die Nachforschungen des US-Geheimdienstes. Weltweit hätten nach Schätzungen von Unterstützernetzwerken rund 9000 GI's den Kriegseinsatz im Irak verweigert.