Im Freistaat wurden den Angaben zufolge zum achten Mal in Folge mehr Abwanderungen als Zuzüge registriert. Demnach verließen 68 860 Menschen Sachsen, während nur 62 607 dorthin zogen. Der Wanderungsverlust von 6253 Personen war allerdings der niedrigste Wert in den vergangenen acht Jahren.
Durch die gesamte demografische Entwicklung nimmt der Anteil der jungen Bevölkerung weiter ab und der Anteil der Menschen im hohen Alter weiter zu. So lebten Ende 2005 rund 1,24 Millionen Menschen im Freistaat, die 60 Jahre und älter waren. Sie stellten damit 29 Prozent der Gesamtbevölkerung - ein neuer Rekordwert.
Nach Angaben von Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) verläuft die demografische Entwicklung in den Landkreisen und kreisfreien Städten sehr unterschiedlich. So gibt es im Freistaat derzeit mit Dresden und Leipzig nur zwei Verwaltungsgebiete, die eine steigende Einwohnerzahl verzeichnen. Schlusslicht beim Bevölkerungsrückgang ist Hoyerswerda. Zum Jahresende lebten noch 42 607 Menschen in der einstigen Braunkohlestadt. 1990 waren es noch 71 484.
Zur Beurteilung der Entwicklung ist aber nach Ansicht von Buttolo eine zunehmend differenzierte Analyse notwendig. So haben Leipzig und Dresden zwar an Bevölkerung gewonnen, zugleich starben dort von 2003 bis 2005 mehr Menschen als geboren wurden. Die Landkreise Meißen, Leipzig und Weißeritzkreis verloren im gleichen Zeitraum zwar insgesamt Einwohner. Zugleich zogen aber mehr Menschen aus anderen sächsischen Gebieten in die Regionen als abwanderten.
In dem Jahrbuch sind aber auch positive Zahlen erfasst. So sank die Zahl der Straftaten gegenüber 2004 um 5,2 Prozent auf 318 166. Das ist der niedrigste Stand seit 1993. Die Aufklärungsquote stieg um 0,7 Prozentpunkte auf 58,6 Prozent. Die häufigste Straftat ist Diebstahl. Dieses Delikt ging um rund zehn Prozent auf 134 161 Fälle zurück.
Die Zahl der Verkehrsunfälle sank unterdessen um 2,1 Prozent auf 124 146. Bei Unfällen verunglückten insgesamt 20 551 Personen. Das waren 52 weniger als 2004 und der niedrigste Wert seit 1990.
Die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes sowie des Bergbaus und der Gewinnung von Steinen und Erden erzielten mit einem Gesamtumsatz von 44,6 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Auch die Exporte der sächsischen Industriebetriebe stiegen weiter deutlich an. Der Auslandsumsatz erreichte einen Wert von rund 13,7 Milliarden Euro, 11,4 Prozent mehr als 2004. Schließlich wurden im Freistaat im Jahr 2005 17 156 Ehen geschlossen - der höchste Stand seit 1990.

Hintergrund "Durchschnitts-Sache"
 Der Durchschnitts-Sachse ist 44,8 Jahre alt, hat 1,3 Kinder und ein Nettoeinkommen von monatlich 1118 Euro. Davon kauft er für 22,10 Euro Fleisch und Wurst, für 20,90 Euro Obst, Gemüse und Kartoffeln und für 13,69 Euro Alkohol. Er spart im Jahr 1405 Euro, hat Schulden von insgesamt 2800 Euro und muss alle fünf Jahre ins Krankenhaus. Der sächsische Mann ist im Schnitt 1,77 Meter groß und wiegt 81,5 Kilogramm. Die Sächsin misst durchschnittlich 1,64 Meter und ist 68,5 Kilogramm schwer.