Das imposante Tier ist meist nur schemenhaft auf verwackelten Fotos zu sehen. Eilig mit dem Handy geschossen, dokumentieren Spaziergänger oder Jäger die seltene Begegnung mit dem "König der nordischen Wälder".

Der Elch - meist zugewandert aus Polen oder Tschechien -lässt sich zunehmend in Brandenburg blicken. In Sachsen wurde letztmalig ein Tier zum Jahreswechsel 2010/2011 gesichtet. Vor allem im Herbst, wenn das Tier verstärkt auf Wanderung ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, einem Elch zu begegnen. "Anders als das scheue Rehwild haben Elche die dumme Angewohnheit stehen zu bleiben", sagt Diplombiologin Ina Martin. "Sie sehen die Gefahr eines Autos nicht." Das ist eines mehrerer Probleme, die angesichts des verstärkten Aufkommens der Tiere ernst genommen werden müssen. Das Agrarministerium hat darum einen Elch-Managementplan in Auftrag gegeben. Nach einigen Verzögerungen liegt dieser nun im Entwurf vor. "Wir wollten möglichst viele Verbände mit einbeziehen", berichtet Biologin Martin von der Forschungsstelle Wildökologie und Jagdwirtschaft, die beim Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) angesiedelt ist.

Neben Waldbesitzern gehörten Bauern, Naturschützer und Jäger zu den Beteiligten, aber auch ein Naturkundemuseum und das Straßenwesen. Anfang April, hofft Martin, sind die Ergebnisse für jedermann zugänglich. Vor allem zwei Themengebiete stehen im Fokus des Managementplanes: die Verkehrssicherheit sowie landwirtschaftliche und forstliche Schäden, die das bis zu drei Meter lange und 800 Kilogramm schwere Tier verursacht.

"Wir wollen Vorkehrungen treffen", sagt der Sprecher des Agrarministeriums, Jens-Uwe Schade. Es geht um den künftigen Umgang mit den Großsäugern - nicht die Ansiedlung oder Förderung des Elchwildes. Man hoffe auf Verständnis. Allein seit 2010 hat Biologin Martin etwa 45 Sichtungen des Tieres registriert. Vor allem in der Uckermark sowie den Landkreisen Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Barnim tauchen sie auf. Seit Beginn der Beobachtungen im Land gab es der Expertin zufolge 173 Meldungen.