In einem Vier-Augen-Gespräch habe ihm Regierungschef Georg Milbradt (CDU) jetzt Hilfe zusagt, die Reform "mit hoher Geschwindigkeit zum Erfolg zu bringen", so Buttolo gestern. "Ich habe die Unterstützung des Ministerpräsidenten." Die braucht er auch. Ohne ein Machtwort der Nummer Eins, so Buttolos Kalkül, seien die Reformpläne gegen Widerstände in Regierung, Fraktion und bei Landräten kaum durchsetzbar. "Er muss sich an die Spitze der Reform stellen."
Um das Projekt erfolgreich durchzuziehen, hat der Einzelkämpfer alles in eine Waagschale geworfen - und auch seinen Rücktritt angedroht. "Ich will meine berufliche Laufbahn nicht mit einem Misserfolg beenden", sagt der 59-Jährige unmissverständlich und fügt an: "Eine "kleine Lösung bei der Reform darf es nicht geben." Lieber werde er die Notbremse ziehen. Schließlich hatte Buttolo vor seiner Berufung zum Minister geplant, bald den frühzeitigen Ruhestand als Staatssekretär anzutreten und schon vom nächsten Sommer auf der heimischen Terrasse geträumt. Für Buttolo ist klar: Schon bis zur Sommerpause müssten die Eckpunkte seines Vorhabens in trockenen Tüchern sein. Anderenfalls hätte Milbradt ein Problem. Nach dem Weggang von Thomas de Maizière (CDU) ins Bundeskanzleramt müsste er sich schon wieder e inen neuen Innenminister suchen.
Buttolo hat indes mit seinem Team ein eigenes Denkmodell entwickelt, dass es in sich hat. Fast 5000 der 22 700 Stellen in der Landesverwaltung stellt er zu Disposition. Bis zu 2500 Posten könnten an die Kommunen übertragen werden, 2000 Stellen privatisiert und 400 ganz gestrichen werden. Details nennt Buttolo nicht, er will mit Milbradt in den nächsten Tagen noch Einzelfragen diskutieren. Intern scheint indes klar, das vor allem Umwelt- und Agrarminister Stanislaw Tillich sowie Sozialministerin Helma Orosz (beide CDU) Federn lassen sollen. Der Innenminister selbst hat fast 300 Stellen etwa im Denkmalschutz und bei Vermessungsämtern angeboten. Schulen, Hochschulen, Justiz und Behörden für die Vergabe von EU-Mitteln gelten indes als Bereiche, die nicht abgegeben werden können.
Beistand bekam Buttolo gestern vom Kultusminister. "Es ist gut, wenn Schwung in die Sache kommt. Wir brauchen einen Befreiungsschlag", sagt Steffen Flath (CDU). Schwierige Entscheidungen sollten schnell getroffen werden, weil sie sonst nicht leichter würden. Um die Unterstützung des Koalitionspartners SPD will sich Milbradt indes selbst kümmern und das Gespräch mit seinem SPD-Stellvertreter Thomas Jurk suchen. Für Buttolo ein ermutigendes Zeichen.