Doch der Landtagsabgeordnete liegt nicht auf der faulen Haut oder feiert krank: Im Gegenteil, Schulze arbeitet derzeit eher doppelt. Der Mediziner, der seit dem Jahr 1990 stets mit einem Direktmandat in den Brandenburger Landtag einzog, ist dabei, in seinem ursprünglichen Beruf als Arzt wieder Fuß zu fassen.

So wie manche seiner Kollegen nebenher die Geschäfte eines Unternehmens leiten, einen Bauernhof bewirtschaften oder Anwaltsmandaten nachgehen, ist Schulze in einem Krankenhaus aktiv und absolviert dort gerade seine Facharztausbildung.

Was freilich keineswegs dazu führt, dass der Abgeordnete sein Mandat vernachlässigt. Im Gegenteil: Regelmäßig bietet Schulze Bürgersprechstunden an und seine "Kleinen Anfragen" sprudeln nur so aus der Parlamentsdatenbank heraus.

Fast 30 Anfragen stellte der Abgeordnete allein im Juli - mehr als viele seiner Kollegen in einer ganzen Legislaturperiode. Da würde sich vermutlich mancher Vertreter der Landtagsverwaltung und mancher mit Parlamentsdrucksachen beschäftigte Mitarbeiter in den Ministerien wünschen, der Politiker würde noch mehr Zeit im Krankenhaus verbringen.