Im "Kürschners Volkshandbuch" wird für jede Wahlperiode, die ein Abgeordneter im Parlament zubringt, ein Sternchen vergeben. Auf sechs Sternchen kommt zum Beispiel Gregor Gysi, auf zehn Franz Müntefering. Doch die elf Sternchen neben dem Foto Schäubles suchen ihresgleichen. Der Badener hat noch Kanzler Willy Brandt im Plenum erlebt. Es folgten Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel. Als Schäubles Parlamentskarriere begann, das war am 12. Dezember 1972, wurde mit Annemarie Renger erstmals eine Frau zur Bundestagspräsidentin gewählt. Nur einmal dachte Schäuble offenbar an sein politisches Ende. Das war ausgerechnet im Frühjahr 2005, als der Chef der rot-grünen Koalition, Gerhard Schröder, Neuwahlen ankündigte. Ausweislich einer Biografie hat er da an einen Wechsel ins Talk-Show-Geschäft beim Fernsehen gedacht. Danach ging es für ihn noch mal richtig zur Sache. Erst Innenminister und jetzt Kassenwart. Und mit seinen 70 Lebensjahren will Schäuble im kommenden Herbst erneut für den Bundestag kandidieren. Manche können es einfach nicht lassen.