Der Polizeiruf am Sonntagabend war weder einer von diesen Vom-Stuhl-reiß-Episoden noch einer, der irgendwie schlecht gewesen wäre, sodass man sich um 21.45 Uhr über vergeudete 90 Minuten am Sonntagabend geärgert haben müsste. Irgendwie haben wir das alles schon mal gesehen, irgendwie stört es aber auch nicht, das alles noch mal zu sehen.

Aber - um den Krimi ging es ja auch nicht wirklich. Es war der Abschied von Horst Krause, dem dicken Onkel mit dem kleinen Motorrad und seinem vierbeinigen Partner mit dem Superriecher. Quasi die deutsche Version von "Scott & Huutsch" oder "Mein Partner mit der kalten Schnauze". Oder ein öffentlich-rechtlicher Kommissar Rex? Obwohl: Krause war mehr - mehr Brandenburg vor allem. Dass er ab sofort nicht mehr mit seinem Krad durch die Szenen fahren wird, ist schade. Gut, ganz nüchtern betrachtet, wird es auch langsam Zeit für den doch etwas gealterten Polizeihauptwachmeister - umso schöner, dass er uns so lange (immerhin fast 30 Jahre) erhalten geblieben ist.

Und ganz nebenbei: Die Art, wie Krause von der Bildfläche tritt, so ganz ohne tödliche Verletzung, vollkommen ohne persönliche Dramen, ohne Zweifel an dem Beruf, den er so lange mit Herzblut ausgeübt hat, war die beste, um einen wie ihn zu verabschieden. Da stand er, der Krause, mit Krad und Hund, und weigerte sich, an der eigenen Abschiedsfeier teilzunehmen. Wie der einsame Cowboy im Sonnenuntergang. Toll.