Als nächstes tritt er gegen den Bundessieger des Vorjahres an. Gewinnt er auch diesen Zweikampf, dann darf er zur Weltmeisterschaft, die aller zwei Jahre stattfindet, nach Japan fahren.
Bei der Weltmeisterschaft in Japan würde der 19-Jährige gegen 700 Vertreter aus anderen Ländern antreten. Ob ihn das reizt? „Schon, aber mein Ziel habe ich bereits erreicht.“ Frank Pfennig spricht von den 1500 Euro aus der Werner-Lüttgen-Stiftung, die er für den Sieg erhalten hat. Damit könnte er seinen Meister machen oder eine Polierschule besuchen. Wenn er die Zeit dafür habe, wolle er den Meister auch angehen.

Ein enges Rennen
„Bevor ich zur Weltmeisterschaft fahren kann, muss ich ja erst einmal gegen den Vorjahressieger gewinnen“ , gibt er sich bescheiden. Der Kolochauer weiß, dass er in Krefeld gegen die Besten aus ganz Deutschland angetreten ist: „Alle, die dort hingefahren sind, haben irgendwie schon gewonnen, denn zwischen uns gab es weder zeitlich noch qualitativ wirklich große Unterschiede.“ Acht Teilnehmer hätten am Ende mehr als 90 von 100 möglichen Punkten bekommen. Manche Konkurrenten seien auch ziemlich schnell gewesen, und er habe ja selbst gemerkt, wenn sich bei ihm kleine Fehler eingeschlichen hätten. „Da denkt man schon, das packe ich nicht mehr.“ Aber er hat es geschafft. 92 Punkte erhielt der 19-Jährige am Ende von der sechsköpfigen Fachjury.
Schnelligkeit, die Herangehensweise, Arbeitsaufteilung und Maßgenauigkeit waren einige der Kriterien, die bei dem Bundesentscheid gewertet wurden. Die Gesellen mussten an zwei Tagen zwei Module anfertigen - eine 24er-Wandscheibe mit Zierverbänden und eine spitzwinklige Maurerecke mit zwei Ornamenten. Letzteres hieß, zwei Zahlen und drei Buchstaben zurückgesetzt in die Mauer einzubringen. „Das ist nicht so einfach, das kann sich ein Außenstehender gar nicht richtig vorstellen“ , sagt Franks Papa, der ebenfalls Maurer ist. Karl-Heinz Pfennig ist begeistert vom Sieg seines Sohnes und war natürlich auch in Krefeld mit dabei. „Ich bin stolz auf ihn“ , sagt er. „Die Jungs, die die Aufgaben beim Wettbewerb geschafft haben, können auch alles andere.“
Welche Aufgaben ihn beim Bundesentscheid erwarteten, das erfuhr Frank Pfennig erst vor Ort. Also musste zuvor wenigstens geübt werden. Drei Tage lang trainierte er mit seinem Meister von der Handwerkskammer und nahm dafür extra Urlaub. „Wenn ich zur Weltmeisterschaft fahren würde, wird das noch schwieriger. Dann müsste ich natürlich noch länger und intensiver üben“ , so der Kolochauer.

Begabung vorhanden
An seinem Beruf liebt der 19-Jährige die Abwechslung. „Sonst wäre es ja öde. Es geht in dem Beruf eben nicht nur ums einmauern oder Wände einschalen, sondern es gehören viele verschiedene Dinge dazu“ , so Frank Pfennig. Dabei wollte der Kolochauer anfangs gar nicht Maurer werden. Der Beruf des Zimmerers hat ihn eigentlich gereizt. „Aber als es daran ging, eine Lehrstelle zu finden, sah es wirtschaftlich im Handwerksbereich nicht gerade rosig aus. Da war man froh, überhaupt eine Lehrstelle ergattert zu haben“ , sagt der Maurer. Handwerklich begabt sei er aber schon immer gewesen, ergänzt sein Vater.
Wenn man zwei Maurer daheim hat, dann wird immer irgendwo im Haus gewerkelt, weiß Erika Pfennig zu berichten. Oft sei es aber doch der Sohn, der zu seinem Vater sagt, dort könne man noch etwas machen, so Karl-Heinz Pfennig. Dann nehmen die beiden schon mal gemeinsam die Kelle in die Hand und gehen ans Werk. Viel Zeit haben sie dafür aber nicht, denn der 19-Jährige ist oft auf Montage in Berlin und arbeitet sonst in Elsterwerda. Bei der dort ansässigen DDK Bau Gesellschaft mbH hat er auch seine Ausbildung absolviert und erhielt im August dieses Jahres den Gesellenbrief.