Sein Name aber bleibt vor allem mit einer Reform verbunden: Hartz IV. Heute wird Hartz 75 Jahre alt.

Wegen der Hartz-Gesetze gingen Hunderttausende auf die Straße, die SPD schlitterte in eine schwere parteiinterne Krise. Der Name "Hartz" steht inzwischen im Duden, 2009 wählte eine Jury das Verb "hartzen" zum Jugendwort des Jahres - für "rumhängen oder arbeitslos sein". Im Sommer 2002 legte Hartz als Leiter einer Experten-Kommission der rot-grünen Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) einen Katalog von Vorschlägen für eine "arbeitsmarktpolitische Radikalkur" vor. Diese wurden in vier Reformgesetze gegossen, von denen das letzte unter dem Namen "Hartz IV" bekannt wurde.

Geboren wird Hartz am 9. August 1941 im saarländischen St. Ingbert als Sohn eines Drahtziehers und Hüttenarbeiters. Zunächst macht er nach der mittleren Reife eine Ausbildung zum Indus triekaufmann. Er wird Mitglied der IG Metall und der SPD, holt auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nach und studiert Betriebswirtschaftslehre.

Ab 1976 arbeitet er als Arbeitsdirektor in der saarländischen Stahlindustrie, ab 1979 bei den Dillinger Hüttenwerken. Hartz schafft es mit innovativen Modellen und guten Kontakten in die Politik, den Personalabbau ohne Entlassungen zu bewerkstelligen. 1993 holt ihn der damalige VW-Chef Ferdinand Piëch als Personalvorstand zum Wolfsburger Autobauer, der sich in einer schweren Krise befindet. Volkswagen produziert zu teuer, es droht die Entlassung von bis zu 30 000 Beschäftigten. Hartz erfindet die Vier-Tage-Woche, eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich, aber kein VW-Mitarbeiter landet auf der Straße. Mit dem Tarifmodell "5000 x 5000" schafft er Langzeitarbeitslosen eine Perspektive.

Dann bringt ihn seine Verwicklung in die VW-Affäre zu Fall. 2005 tritt er zurück, 2007 wird er wegen Untreue und Begünstigung von Betriebsräten zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt.