Hand aufs Herz, Herr Lippold. Haben Sie schon gewaltigere Projekte auf Herz und Nieren geprüft?

Eine Erdöl-Pipeline ist sicher ebenso anspruchsvoll.

Und wie sind Aufwand und Komplexität im Vergleich zu einem Kraftwerksneubau einzuordnen?

Mit einem Kraftwerkskessel darf auch nichts passieren. Hier am BER ist die Gesamtheit des Prüfauftrages aber umfassender. Nehmen wir die Fahrgastbrücken, mit denen hier begonnen wird. Wir simulieren quasi Fehler und analysieren, wie die Systeme darauf reagieren – ob Kinder, ältere und behinderte Menschen gefahrlos in die Flugzeuge und wieder herauskommen.

Wo müssen Sie noch genau hinschauen?

Wir müssen auf jedes technische Gebilde schauen. Fehler können in einer Steuerung oder einem technischen Bauteil auftreten. In Rolltreppen, beim Notstrom oder in anderen Sicherheitsanlagen. Wir sind dafür da, um sie ausfindig zu machen, damit sie noch rechtzeitig abgestellt werden können. Übrigens geht unsere Prüfung bis dahin, dass auch die Entsorgung der Anlagen nach Ablauf ihrer Betriebsdauer umweltgerecht geregelt ist.

Was ist das Besondere hier am BER Schönefeld?

Hier sind oft nicht nur einzelne Komponenten zu prüfen. Im Notfall muss hier ein Rädchen exakt ins andere greifen. Das müssen wir letztlich sicherstellen.

Mit Eckhard Lippold

sprach Christian Taubert