Ein Grund sei, dass sich untere Denkmalbehörden der Landkreise und das Landesdenkmalamt innerhalb von einem Monat auf eine Stellungnahme etwa in Baugenehmigungsverfahren verständigen müssen - früher brauchte allein die Abstimmung der Denkmalschutzbehörden untereinander drei Monate.
Wanka machte allerdings keinen Hehl daraus, dass noch nicht alle Ziele der Gesetzesnovelle erreicht worden sind. So hatte sich das Ministerium ein zügigeres Tempo bei der Eintragung von wertvoller Bausubstanz oder Bodendenkmalen in die Landesdenkmaliste versprochen, wenn dafür das Landesamt für Denkmalpflege zuständig ist - vorher waren es die kommunalen Denkmalbehörden. Ziel war es, jährlich 350 bis 500 Denkmale neu einzutragen. Doch wurden 2004 nur 345 Denkmale geschafft, im vorigen Jahr sogar nur 294. Nach Erhebungen des Landesdenkmalamtes stehen bislang erst ein Drittel der vermuteten rund 30 000 Denkmale in Brandenburg unter Schutz.
"Das zeigt, dass es für Erfolgsmeldungen zu früh ist", sagte Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Brandenburger Städte- und Gemeindebundes. Das Unter-Schutz-Stellen von Denkmalen durch die zentrale Landesdenkmalbehörde in Wünsdorf erfolge offensichtlich nicht besser als vorher in den Kommunen. Zwar erkennt der kommunale Spitzenverband die verkürzten Verfahrenszeiten durch das neue Gesetz an, er hält aber durchaus eine erneute - von Wanka abgelehnte - Gesetzesnovelle für sinnvoll. Ähnlich äußerte sich am Mittwoch auch der Brandenburger Landkreistag. Dieser forderte, die Beteiligung der Landesdenkmalbehörde an kommunalen Baugenehmigungsverfahren weiter einzuschränken.
Wanka hob hervor, dass Denkmalschutz kein Investitionshemmnis sei. Dies zeige sich schon daran, dass von 6766 Baugenehmigungsverfahren für Denkmale nur 17 Fälle zwischen Investoren und Denkmalbehörden so strittig waren, das am Ende das Ministerium entscheiden musste. In seinem Gutachten weist Kienbaum dennoch auf Defizite hin, die auch den Denkmaleigner belasten. So sei das Personal der kommunalen Denkmalbehörden oft nicht ausreichend qualifiziert. Zum anderen gibt es mit dem neuen Gesetz zwar einen Rechtsanspruch gegen wirtschaftlich unzumutbare Auflagen der Behörden. Doch mahnt Kienbaum eine höhere Landesdenkmalförderung an.