Nach Planungen des Straßenbauamtes Chemnitz soll die schmale Staatsstraße 32 verlegt werden und in der Nähe der Burg über eine Brücke führen. Denkmalschützer sehen dadurch das Landschaftsbild in Gefahr. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen worden, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.
Die Variante mit dem Brückenbau über die Zschopau hätten alle bei der Planung Beteiligten mit Ausnahme der Denkmalschützer favorisiert, heißt es in dem Jurk-Papier. Sieben Alternativen wurden den Angaben zufolge geprüft. Die FDP kündigte an, gegen die Brücke mit "allen parlamentarischen Mitteln" zu kämpfen. "Einfach die planerisch bequemste und billigste Variante zu nehmen, ist äußerst kurzsichtig", kritisierte FDP-Fraktionschef Holger Zastrow. So dürfe Sachsen nicht mit seinen touristischen Perlen umgehen.
Das Landesamt für Denkmalpflege befürchtet, dass während des Baus die Burganlage unter Erschütterungen leidet. Zudem würde eine Brücke als "Konkurrenz" zur Burg wirken und die Aussicht massiv beeinträchtigen, zitierte Minister Jurk in seinem Papier die Denkmalschützer. Auch der Staatsbetrieb "Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsens" spricht sich für eine burgfreie Wegeführung aus.
Laut Wirtschaftsministerium ergaben Voruntersuchungen, dass ein Ausbau der bestehenden Straße nicht sinnvoll ist. Derzeit sei die Straße im Berufsverkehr und am Wochenende oft überlastet. Für Lastwagen bliebe die Straße wegen starken Gefälles generell gesperrt, auch Winterdienst sei nur eingeschränkt möglich. Häufig müsse die Verbindung im Winter komplett gesperrt werden. (dpa/mb)