Auslandsreise seines bald 25-jährigen Pontifikats. Nur einen Monat später wird das nach der langen Ruhepause sichtlich erholt wirkende Oberhaupt der katholischen Kirche schon wieder zu einer Auslandsreise, seiner 100., aufbrechen. Das Ziel wird diesmal Kroatien sein. Für die kommenden Monate sind auch noch Besuche in Bosnien-Herzegowina, der Slowakei und der Mongolei im Gespräch. Auch für 2004 hat der Papst schon eine Reise vor, die ihn in die Schweiz führen soll.
Als Johannes Paul II. Mitte August 2002 bei seiner bisher letzten Auslandsreise seine Heimat Polen besuchte, sprachen viele Beobachter schon von der unwiderruflich letzten Reise. Der an der Parkinson-Krankheit leidende Papst sei den körperlichen Strapazen nicht mehr gewachsen, hieß es. Diese Prognosen lagen gründlich daneben. Madrid, wo sich der Papst nur von heute Morgen bis morgen Abend aufhalten wird, ist gewissermaßen ein Belastungstest für die folgenden Reisen.
Die Spanier warten gespannt darauf, ob der Papst mit Äußerungen oder Gesten auf die Differenzen zu Madrid in der Frage des Irak-Kriegs eingeht. In Spanien ist die politische Lage ziemlich gespannt, denn drei Wochen nach dem Papst-Besuch stehen Kommunal- und Regionalwahlen an.
Johannes Paul II. besucht mit Spanien ein Land, dessen Bevölkerung immer weniger religiös ist. Zwar gehen 7,5 der 40 Millionen Spanier sonntags in die Kirche, aber dies sind zwei Millionen weniger als vor fünf Jahren. Die Kirche hat es sich zum Ziel gesetzt, zum Papst-Besuch 1,5 Millionen Menschen in Madrid zusammenzubringen. Am Samstag sollen 500 000 junge Leute an einem Treffen mit dem Papst auf einem Flugplatz am Rande der Stadt teilnehmen. Am Sonntag werden zur Heiligsprechung von fünf Spaniern eine Million Menschen auf der Plaza de Colón im Zentrum der Hauptstadt erwartet.