Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) hatte damals den Koalitionsvertrag gebrochen. Doch die beiden gesetzten Herren an der Potsdamer Koalitionsspitze - Stolpe und Jörg Schönbohm (CDU) - sprangen trotz Verletzungen über ihren Schatten, brachten die eigenen Reihen wieder auf Linie und retteten den Fortbestand der Koalition.
Das ist knapp ein Jahr her, in dem es an Seitenhieben zwischen den Koalitionspartnern nicht mangelte. Auch die jüngsten Haushaltsverhandlungen brachten Rot-schwarz in Potsdam an den Rand des Koalitionsbruchs. Doch nun scheint der Bogen durch die CDU so weit überspannt, dass für Regierungs- und SPD-Landeschef Platzeck der Druck von der eigenen Basis unüberhörbar wird. Platzeck wegen seiner Kritik an der CDU-Solidaritätsadresse an US-Präsident Bush Führungsschwäche und Dünnhäutigkeit vorzuwerfen - dieser Stil des Umgangs hat für die SPD eine neue Phase erreicht. Das Eintreten für eine härtere Gangart der Polizei bei Terrorverdacht kommt erschwerend hinzu.
Das hecktische Bemühen der CDU um Schadensbegrenzung lässt den Ernst der Lage erahnen. Rot-rote Szenarien werden durchgespielt. Und das mit einem Matthias Platzeck, der im Oktober 1999 seiner SPD den Weg in die große Koalition empfohlen hatte.