Mit solchen Strafanzeigen, die schablonenhaft zur Anwendung gebracht werden ohne allumfassend den jeweiligen Sachstand auch auf seine Verhältnismäßigkeit zu prüfen, wird die große gesellschaftliche Bedeutung und Anerkennung des Tierschutzes disqualifiziert.

Es war zunächst für Herrn Richter nicht vorausschaubar, einen so überdimensionierten großen und sicherlich über 50 Jahre alten Wels zu fangen, das heißt, seine Handlung bestand nicht in der vorsätzlichen Absicht, einen Wels zur Präparation zu fangen und zu töten. Der für einen Berufsfischer in seinem Berufsleben sicherlich einmalige Fang hat damit einen historischen Wert für den jahrhundertealten Fischereistandort des Neuendorfer Sees, den Berufsfischer Richter erhalten will. (. . .)

PS: Ich bin gelernter Fischzuchtmeister und war einige Jahre als Berufsfischer tätig. Außerdem bin ich Ehrenvorsitzender des Tierschutzvereins e.V. Hoyerswerda und zuvor 19 Jahre Vorsitzender. Ich bin ordentliches Mitglied der Tierschutzversuchskommission der Landesdirektion Chemnitz - Bereich Dresden, als Vertreter des Tierschutzes des Landestierschutzes Sachsen.

In der Bildung läuft vieles schief

Horst Paulick aus Elsterwerda schreibt zum Beitrag "Was läuft schief an unseren Grundschulen?" über Brandenburger CDU-Ab geordnete, die eine kleine Anfrage im Bildungsministerium zum "lautgetreuen Schreiben" planen (RUNDSCHAU vom 3. Juli):

Wenn Herr Wichmann fragt, was da schief laufe, würde ich kurz und bündig antworten: vieles. Aber nicht erst seit vorgestern. Schlimm genug, dass derlei Geschehnisse erst jetzt diskussionsreif werden bei bestimmen Politikern. Hoffentlich doch nicht nur deshalb, weil nun eigene Angehörige betroffen sind. Schöner wär's, man hätte viel eher mal reagiert. (. . .)

Dem Wasser mehr Raum, weniger Geschwindigkeit

G. Schmaler aus Elsterheide schreibt zum Hochwasserschutz:

Eine ingenieurtechnische Meisterleistung wird derzeit in Sachsen an der Grenze zu Brandenburg an der "Schwarzen Elster" praktiziert. Es wird das Ufer mit Schotter befestigt, um die Fließgeschwindigkeit des Wassers zu erhöhen, um somit einem Jahrhunderthochwasser vorzubeugen. Alles prima. Doch ist das nicht ein bisschen kurzsichtig? Vielleicht kann es hier nicht mehr überlaufen, aber irgendwo muss es ja hin. Da ja die "Schwarze Elster" bekanntlich in die Elbe mündet, wird es sicherlich auch in diese laufen. Es sei denn, es bricht vorher ein Deich. Aber das geht uns ja nichts mehr an, denn das ist ja Brandenburg. (. . .) Warum kann man einem "Jahrhunderthochwasser", welches jetzt öfter auftritt, nicht Raum geben, anstatt die Fließgeschwindigkeit noch zu erhöhen? Zudem ist das auch ein erheblicher ökologischer Eingriff. Da werden sämtliche Bäume aus dem Uferbereich entfernt, die diesen stabilisieren und bei entsprechender Anzahl sicher auch eine nicht unerhebliche Menge Wasser aufnehmen; von dem touristischen Wertverlust gar nicht zu reden. Wir haben in unserer Region genügend Seen, um einem Hochwasser entgegenzuwirken. Bei einer kontrollierten Einleitung kann man meiner Meinung nach eine Extremsituation vermeiden. Das hat auch das Öffnen des Deiches bei Tätzschwitz 2006 gezeigt, als durch Eisstau das Wasser über diesen lief. (. . .)