Im US-Astronautenzentrum der Nasa in Houston (Texas) hat Schlegel eine Dienstleistungsfirma gegründet.

Vom Johnson Space Center (JSC) aus unterstützt der in Überlingen am Bodensee geborene Schlegel Esa-Astronauten. Jene, die im Training sind für einen Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS. "Aktuell sind drei im Missionstraining", sagt der Wahl-Texaner, der heute 65 Jahre alt wird. Zwar bedauert Schlegel, dass ihm anders als etwa Alexander Gerst ein Langzeitaufenthalt auf der ISS nicht vergönnt war. Trotzdem gehört er unter den bisher elf Deutschen, die im All waren, zu den erfahrensten Raumfahrern.

Schlegel war der zweite deutsche Astronaut, der nach Thomas Reiter in einem Raumanzug im Weltall schwebte. Das war im Februar 2008, als er auf einer 13-tägigen Mission mit seiner Crew das Columbus-Labor zur ISS brachte und daran anschloss.

Der spannendste Moment sei gewesen, durch die Luke der ISS ins All zu schweben, "weil man nicht weiß, wie es sich draußen anfühlt", sagte er damals. "Aber am schwierigsten war es, hinterher wieder reinzugehen. Es ist einfach so schön, den Blick auf die Erde zu genießen, dass man gar nicht mehr zurück möchte", schwärmt der Vater von sieben Kindern.

Der bei der Bundeswehr ausgebildete Fallschirmjäger trat nach dem Physikstudium, wissenschaftlicher Arbeit in Aachen und einer Station als Verfahrenstechniker 1987 ins deutsche Raumfahrerkorps ein. Es folgte die Ausbildung an der damaligen Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt, dem heutigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. In den USA wurde er dann zum Spezialisten für Nutzlasten.

Als siebter Deutscher flog Schlegel 1993 bei der Spacelab-D2-Mission ins All. Mit seinem Kollegen Ulrich Walter und fünf US-Astronauten betreute er an Bord der Raumfähre Columbia Dutzende Experimente. Nach der Eingliederung des deutschen Raumfahrerkorps in die Esa 1998 ging er wieder in die USA.