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Dekra plant Tests statt Autorennen auf Lausitzring

Die Großveranstaltungen auf dem Lausitzring bringen die regionale Wirtschaft mit in Fahrt. Das besagt eine Studie der BTU.
Die Großveranstaltungen auf dem Lausitzring bringen die regionale Wirtschaft mit in Fahrt. Das besagt eine Studie der BTU. FOTO: Lausitzring
Update | Klettwitz. Der Lausitzring soll zu einem Testzentrum umgebaut werden. Die Prüfgesellschaft Dekra will dort automatisiertes Fahren ausprobieren – was wird aus dem Motorsport? bob/jag/mit dpa

Der Motorsport auf dem Lausitzring steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Prüfgesellschaft Dekra hat die Anlage gekauft und will sie zu einem Testzentrum für automatisiertes Fahren umbauen. Die Dekra betreibt in unmittelbarer Nachbarschaft bereits ein Testcenter, in dem es unter anderem um Typ-Prüfungen bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge und Bauteile geht.

Die Dekra selbst will künftig nicht Veranstalter von Motorsportrennen auf dem Lausitzring sein. Man sei aber offen, wenn Dritte das Gelände für Großveranstaltungen nutzen wollen, hieß es. Dekra stehe zum Motorsport. Vorstandsmitglied Clemens Klinke betonte zugleich, dass solche Veranstaltungen aber in das Test-Konzept passen müssten.

Auf dem rund 500 Hektar großen Gelände sollen Gebäude und Testanlagen entstehen - ein Millionenbetrag soll dafür in die Hand genommen werden. Klinke sprach von dem Bau von Geisterstädten. Dadurch soll es zum Beispiel möglich sein zu testen, wie automatisierte Fahrzeuge auf Ampelanlagen oder Fußgänger reagieren. Was mit den Zuschauertribünen passiert, sei noch unklar.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) begrüßt die angekündigte Übernahme des Lausitzringes. "Das ist ein gutes Signal für die Lausitz und auch ein gutes Signal für Brandenburg", sagte Gerber. Damit biete sich eine völlige neue, zukunftsorientierte Perspektive für das unweit von Senftenberg gelegene Rennstreckengelände.

Der Lausitzring eröffnete im Jahr 2000 - in das Renn- und Teststreckengebiet waren Fördermittel des Landes in Höhe von mehr als 120 Millionen Euro geflossen. Es entstand auf einem ehemaligen Tagebaugebiet. Nach einem schweren Start inklusive Insolvenz konnte nach und nach die erste schwere Krise abgewendet werden. Die Vision, einmal die Formel 1 an den Standort zu holen, wurde aber nie Wirklichkeit. Zuletzt deutete sich ein großer Sanierungsstau auf dem inzwischen 17 Jahre altem Eurospeedway an. Der bisherige Betreiber hatte nach eigenen Angaben auch deshalb dem Verkauf zugestimmt.