Hier habe sich gezeigt, dass erst durch die Initiative des Ministerpräsidenten eine Lösung gesucht wurde. Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) habe versagt. Das punktuelle Eingreifen des Regierungschefs sei aber kein Konzept zur Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum.

Schierack sagte, entsprechende Vorschläge der Landesregierung seien überfällig. Es sei bekannt, dass es einen zunehmenden Ärztemangel geben werde. Andere Bundesländer seien bei der Suche nach Lösungen viel weiter.

K onkret schlägt die CDU vor, in Zukunft Ärzte auch in Brandenburg auszubilden zu lassen, dafür eine akademische Einrichtung aufzubauen und mit der Vergabe von Stipendien an das Land zu binden. Die FDP unterstützt solche Vorschläge und verlangt ebenfalls den Aufbau landeseigener Institutionen zur Ärzteausbildung .

Für die SPD sagte die Abgeordnete Sylvia Lehmann, die CDU berücksichtige nicht die vielfältigen Initiativen der Landesregierung. Die Koalition werde jetzt die stationäre Versorgung reformieren. Ziel sei es, alle Krankenhäuser zu erhalten. Es müsse gesichert werden, dass die Krankenhausträger "nicht ihr Süppchen kochen". Ein weiterer Schwerpunkt sei die wohnortnahe hausärztliche Versorgung. Da habe aber die Bundesregierung die Bedingungen verschlechtert. Auch die Linke kritisierte vor allem die Politik der Bundesregierung, die dem Land nur wenig Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation biete und versprach Verbesserungen bei der Krankenhausplanung. Die CDU blende im Übrigen, so Sylvia Lehmann, mit ihrer Konzentration auf die Ärzteversorgung andere Gesundheitsberufe aus.

Ministerin Tack sagte, die Vorstellungen der CDU seien nicht hilfreich bei der Lösung der Probleme und zeugten von wenig Sachkenntnis. Auch sie verwies auf die Verantwortung der Bundesregierung. Dort, wo das Land Handlungsmöglichkeiten habe im stationären Bereich, aber auch in der Vernetzung von stationären und ambulanten Angeboten, werde die Landesregierung auch tätig und entwickle neue Programme. Außerdem setze die rot-rote Koalition auf die Ausweitung der Angebote zur Telemedizin, also der medizinischen Betreuung über Telekommunikationsverbindungen. Da gebe es im kardiologischen Bereich bereits interessante Projekte.