Die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten wäre Kerry allerdings auch bei Siegen nicht sicher: Die Kandidaten sammeln bei den Vorwahlen je nach Abschneiden ihnen gewogene Delegierte, die den Herausforderer von George W. Bush für die Wahlen am 2. November auf dem Parteitag Ende Juli in Boston küren.
Entscheidender ist der "Super-Dienstag" am 2. März. Dann finden 13 Vorwahlen unter anderem in den bevölkerungsreichen Bundesstaaten Kalifornien und New York statt, die entsprechend viele Delegierte nach Bosten schicken können.
Indes ist neun Monate vor der US-Wahl die Zustimmungsrate für Präsident George W. Bush erstmals seit seinem Amtsantritt unter 50 Prozent gesunken. Laut einer am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Gallup-Umfrage für den Sender CNN und die Zeitung "USA Today" sank Bushs Beliebtheit innerhalb eines Monats um elf Punkte auf 49 Prozent.
Senator Kerry, der die ersten beiden Vorwahlen der Demokraten in Iowa und New Hampshire gewonnen hatte, liegt der Gallup-Umfrage zufolge derzeit auch im Direktvergleich mit Bush klar vorn. 53 Prozent würden demnach für Kerry stimmen, nur 46 Prozent für Bush. Chancen auf den Sieg im November hätte aber auch Senator John Edwards, der mit 49 Prozent einen Punkt vor dem Präsidenten liegt. Die übrigen Bewerber Howard Dean und Wesley Clark liegen dagegen im direkten Vergleich hinter Bush zurück.
Bushs Popularität hat zuletzt vor allem unter seiner Irak- sowie seiner Wirtschaftspolitik gelitten. Der Umfrage zufolge heißen nur noch 46 Prozent den Irak-Kurs des Präsidenten für gut, nach noch 61 Prozent im Vormonat. Erstmals waren zudem weniger als 50 Prozent der Ansicht, zum Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein habe sich der Krieg gelohnt. Die Zustimmung zur Wirtschaftspolitik sank von 54 auf 43 Prozent. (dpa/roe)