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DDR-Zwangsadoptionen: Opfer fordern mehr Anerkennung

Berlin. Sie wurden zwangsadoptiert, mussten ihre Dörfer verlassen oder durften nicht studieren. Heute fühlen sich viele dieser DDR-Opfer vergessen. dpa/uf

Mit einer Kundgebung wollen sie am heutigen Samstag auf dem Berliner Alexanderplatz ihre Forderung unterstreichen, die Aufarbeitung des SED-Unrechts zu verstärken. Der Verein Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen und die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft haben zu dem Protest aufgerufen.

Besonders Betroffene von Zwangsadoptionen sowie -aussiedlungen an der DDR-Grenze, verfolgte Schüler und Studenten seien bislang gar nicht oder nur unzureichend entschädigt worden, sagte Organisatorin Katrin Behr von der Beratungsstelle zu DDR-Zwangsadoptionen. Bislang ignorierte Opfergruppen müssten in den Gesetzen zur Rehabilitierung berücksichtigt werden. Die menschenverachtende DDR-Repression habe sich nicht allein auf die politische Haft beschränkt. Nach Behrs Schätzung gibt es etwa 10 000 Betroffene von Zwangsadoptionen - also Eltern und Kinder.