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David Statnik bleibt oberster Sorbe

FOTO: ChristianTaubert
Hoyerswerda. David Statnik ist für weitere vier Jahre als Vorsitzender des Dachverbandes der Sorben/Wenden in der Lausitz gewählt worden. In sächsischen Hoyerswerda erhielt der 33-Jährige am Samstag mehr als 92 Prozent der Delegiertenstimmen und erreichte damit sein bisher bestes Ergebnis. Als einer seiner Stellvertreter wurde der Niederlausitzer William Janhoefer (23), der in Fehrow bei Cottbus aufgewachsen ist, gewählt.

Vor den 173 Delegierten machte Statnik deutlich, dass sich die Sorben/Wenden weiter der Herausforderung stellen müssen, die Sprache der slawischen Minderheit und ihre Kultur zu erhalten. "Für die Mehrzahl der Sorben ist die Sprache der stärkste Identifikationsfaktor", betonte der seit sechs Jahren an der Spitze der Bundes Lausitzer Sorben stehende Vorsitzende.

Zugleich wies er darauf hin, dass es "brisanter als je zuvor" um die aktiven Sprecher von Sorbisch/Wendisch bestellt sei. Was Zuversicht verbreite, sei die Anzahl der Teilnehmer am Witaj-Sprachprojekt in Kindergärter im sorbischen Siedlungsgebiet in Sachsen und Brandenburg. Zurzeit würden rund 6000 Kinder und Schüler in der Nieder- und Oberlausitz Sorbisch/Wendisch lernen.

David Statnik verteidigte die Domowina als anerkannten Dachverband der Sorben/Wenden. Ohne die Initiative zur Bildung eines Sorbischen Parlaments - Serbski Sjem - beim Namen zu nennen, verwahrte er sich gegen Polemik und unwahre Aussagen. "Die Deklassierung des Dachverbandes als Dach von Tanzgruppen führt zu nichts und schadet der Tätigkeit der Sorben", betonte er. Gegenüber der RUNDSCHAU zeigte sich der Domowina-Chef aber für eine sachliche Debatte mit der Initiative und Vertretern des Ältestenrates offen.