Niemand gibt es zu, von Datendiebstahl im Unternehmen betroffen zu sein. Dennoch: Präventionskurse der Kammern zur IT-Sicherheit sind durch Lausitzer Firmen gut nachgefragt.

"Wir gehen davon aus, dass die Region von Cyberkriminalität genauso betroffen ist wie die Industrie in Deutschland insgesamt", sagt der Leiter IT der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus, Tobias Weimann, der RUNDSCHAU. Danach sind nach einer auf der Hannover-Messe vorgestellten repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom gut zwei Drittel (69 Prozent) aller Industrieunternehmen im Vorjahr Opfer von Datendiebstahl, Wirtschaftsspionage oder Sabotage geworden.

Der IHK-Experte verweist darauf, dass dieses Problem seit geraumer Zeit sehr ernst genommen werde. Zu Präventionskursen innerhalb des eBusiness-Lotsen der IHK mit Spezialisten des Bundes- und Landeskriminalamtes sowie ehemaligen Hackern seien mehr als 250 Teilnehmer gekommen.

"Aber, IT-Sicherheit", so Weimann, "kauft man nicht so eben mal." Das erfordere, Anwendungen zu analysieren und sich gegebenenfalls externe Hilfe zu holen. Da die Mitarbeiter das größte Sicherheitsrisiko darstellen würden, müssten klare Entscheidungen getroffen werden: private Handys im Unternehmen - ja oder nein?

Bitkom-Präsidiumsmitglied Winfried Holz macht auf große Sicherheitsdefizite aufmerksam. Sie würden auch daraus resultieren, dass nur ein Viertel aller Industriebetriebe seine Mitarbeiter entsprechend schult.