Die Unterlagen, die in diesen Tagen an die Haushalte verschickt werden, weisen teilweise fehlerhafte Lohnsteuerabzugsmerkmale auf, die von falschen Steuerklassen bis zu unkorrekten und nicht eingetragenen Freibeträgen reichen. Diese müssen jetzt nachgebessert werden. Arbeitgeber können demzufolge noch nicht elektronisch auf die Daten zugreifen. Für die Lohnabrechnungen gelten weiter die Angaben der Lohnsteuerkarten von 2010, bestätigt das Potsdamer Finanzministerium gegenüber der RUNDSCHAU. Wegen des offenbar beim Bundeszentralamt für Steuern verschuldeten Daten-Chaos erleben nun die Finanzämter von Finsterwalde über Cottbus bis nach Görlitz einen Ansturm, der nur durch zusätzliches Personal zu bewältigen ist. Die Staatssekretärin im Potsdamer Finanzministerium, Daniela Trochowski, erklärt, dass sich der Ärger auf die Finanzbeamten vor Ort abladen würde. „Doch sie tragen daran keine Schuld“, betont sie. Die Vorsitzende des Brandenburger Steuerzahlerbundes, Angela Mai, übt scharfe Kritik an dem Verfahren zur Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte. „Das Verfahren hätte erst nach reichlicher Prüfung gestartet werden dürfen“, sagt sie der RUNDSCHAU. Statt Erleichterungen gebe es jetzt für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusätzlichen Aufwand. Kommentar & Länder Seiten 2 & 3