Und warum die Kommissarin noch mal so wütend war. Nein, Halt! Das war eine Szene aus dem aktuellen Polizeiruf. Aber die kommt ja dann erst später. Verwirrend. Sehr. Aber mit System. Die Irritationen nach den ersten paar Sendesekunden waren wahrscheinlich nötig, um die ersten 45 Krimi-Minuten möglichst umbemerkt ins Land ziehen zu lassen. Die waren nämlich so langatmig, dass man zur Hälfte des Küsten-Krimis schon das Gefühl hatte, eine Doppelfolge gesehen zu haben. Einziger Höhepunkt: Der schmierige Industrielle, der fast einen Herzinfarkt bekommt, bevor er sich mit dem Lokaljournalisten zum Interview trifft. Das ist Realitätsnähe. Dann kamen die zweiten 45 Minuten, und die waren alles andere als langweilig. Mal abgesehen von dem viel zu braven und schauspielerisch . . . na, sagen wir, verhalten agierenden Mordverdächtigen mit ausgesteckter Festplatte im Kopf, haben Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau den Turbo eingelegt, um den Rostock-Polizeiruf doch noch auf gewohntes Niveau zu hieven. Wäre fast schiefgegangen, aber dann gab es eine Reihe persönlicher Dramen einschließlich endgültiger Trennung der Eheleute Bukow, Trinkorgie eines Kommissars und schwarzer Erinnerungen der Kommissarin an vergangene Fälle. Und am Ende war es doch irgendwie ein solider Krimi. Nicht gerade einer der besten, aber immer noch besser als das meiste, was die Tatort-Reihe in vergangener Zeit meist so zu bieten hatte.