Es gab tatsächlich den Nachweis des ersten Hanta-Virus-Falls in Sachsen, allerdings für 2017. "In der ersten Märzwoche ist für den Landkreis Leipzig ein Fall gemeldet worden", bestätigt Susanne Glasmacher vom Robert Koch Institut in Berlin. Generell aber nicht der erste Fall in der Geschichte des Freistaats. "Das Virus wurde nicht erstmalig nachgewiesen", sagt Annett Hofmann, Pressesprecherin vom sächsischen Verbraucherschutzministerium. 2016 gab es drei, ein Jahr zuvor vier Fälle. Und auch die Jahre davor schwanken die gemeldeten Fälle zwischen zwei (2013) und elf Fällen (2012). Insgesamt bewertet das Robert Koch Institut: Es gab keine signifikanten Ausbrüche nach oben oder unten in den vergangenen Jahren.

Auch in Berlin und Brandenburg sind die gemeldeten Fälle nicht besorgniserregend. Berlin meldete 2016 einen Fall, Brandenburg gar keinen. 2015 gab es fünf Fälle landesweit, die Hauptstadt registrierte einen Fall.

Dennoch warnt das Robert-Koch-Institut aber vor einer wachsenden Verbreitung des Hanta-Virus in Deutschland. Denn die Krankheitserreger begegnen den Menschen hierzulande häufiger als vermutet. Bundesweit gibt es in diesem Jahr bereits 136 Fälle. Überträger sind Rötel-, Brand- oder Gelbhalsmäuse. Atmet man Staub mit den getrockneten Überresten von Kot und Urin der Nagetiere ein, kann es zu grippeähnlichen Symptomen mit hohem Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen kommen. Besondere Vorsicht ist laut Robert Koch Institut beim Reinigen von Kellern oder Schuppen geboten. Treten die Erkrankungszeichen im zeitlichen Zusammenhang mit Reinigungsarbeiten auf, sollte man zum Hausarzt gehen. Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über eine Infektion. Behandelt werden die Symptome, da es kein Medikament gegen den Virus gibt.

Erste Beschwerden würden sich in der Regel zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung zeigen. "Erkrankte sind aber nicht ansteckend, da eine Übertragung von Mensch zu Mensch bei den in Deutschland verbreiteten Virustypen nicht zu erwarten ist", teilt das sächsische Verbraucherschutzministerium mit.

Zu den Gebieten in Deutschland mit einem erhöhten Risiko, sich mit Hantaviren anzustecken, gehören beispielsweise die Schwäbische und Fränkische Alb, der Bayerische und Teutoburger Wald, das Münsterland, der Odenwald sowie Unterfranken und Oberschwaben.

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