Beate Zschäpe: Die Hauptangeklagte tauchte 1998 gemeinsam mit Mundlos und Böhnhardt unter, um einer drohenden Festnahme zu entgehen. Die drei Neonazis aus Jena gründeten laut Anklage eine Terrorgruppe und nannten sich spätestens ab 2001 "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU). Nach dem Tod ihrer Kumpane am 4. November 2011 setzte Zschäpe die gemeinsame Wohnung im sächsischen Zwickau in Brand. Am 8. November stellte sie sich der Polizei in Jena. Im Prozess hat sie sich inzwischen mehrfach geäußert - allerdings nur schriftlich.

Uwe Mundlos/Uwe Böhnhardt Die Freunde Zschäpes sollen die zehn Morde und die zwei Anschläge verübt haben, die dem NSU vorgeworfen werden. Am 4. November 2011 töteten sich die beiden den bisherigen Ermittlungen zufolge nach einem missglückten Banküberfall, um der Festnahme zu entgehen.

Ralf Wohlleben: Der ehemalige Thüringer NPD-Funktionär soll Waffen für das Trio organisiert haben. Er wurde am 29. November 2011 verhaftet und sitzt seither in U-Haft. Wohlleben ist wegen Beihilfe angeklagt. Er hat im Prozess bestritten, von Morden und Anschlägen gewusst zu haben.

Carsten Sch.: Er hat gestanden, den Untergetauchten eine Pistole mit Schalldämpfer geliefert zu haben - dabei aber gleichzeitig seinen Mitangeklagten Wohlleben belastet. Bei der Pistole handelt es sich höchstwahrscheinlich um die "Ceska", die bei den Morden verwendet wurde. S. löste sich kurz darauf aus der Szene und legte nach seiner Verhaftung 2012 ein umfangreiches Geständnis ab. Er ist auf freiem Fuß, aber wegen Beihilfe angeklagt.

Andrè E.: Der gelernte Maurer war seit dem Untertauchen 1998 einer der wichtigsten Vertrauten des NSU-Trios und soll die mutmaßlichen Rechtsterroristen zusammen mit seiner Frau regelmäßig besucht haben. E. ist als mutmaßlicher Unterstützer der Gruppe angeklagt. Im Prozess ist E. nunmehr der einzige Angeklagte, der noch beharrlich schweigt.

Holger G.: Er gehörte wie Wohlleben und die drei Untergetauchten zur Jenaer Kameradschaft. Er spendete Geld, transportierte eine Waffe nach Zwickau und traf sich mehrfach mit dem Trio. Er überließ Böhnhardt einen Ersatzführerschein sowie 2001 und 2011 seinen Pass. Von Überfällen und Morden will G. aber nichts gewusst haben. Auch er kam 2012 wieder auf freien Fuß.

Tino Brandt: Brandt war nicht nur ein Anführer der rechten Szene in Thüringen und Kopf des "Thüringer Heimatschutzes" - sondern auch gut bezahlter V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes. Er soll über die Jahre 200 000 Mark Honorar erhalten haben. Zschäpe sagte über ihn, er sei zu Zeiten der Jenaer Kameradschaft "der Mittelpunkt aller Aktionen" gewesen. Er habe nach dem Abtauchen noch mit Mundlos und Böhnhardt telefoniert.

"Piatto"/Carsten S.: Er gehört zu den schillerndsten Zeugen im Prozess. Bei seinen Auftritten erschien er vermummt und maskiert. "Piatto" war für den Brandenburger Verfassungsschutz tätig. 1998, als sich das NSU-Trio in Chemnitz versteckte, spähte er die Führungsriege der dortigen Neonazi-Szene aus. Die plane, Waffen und Pässe für die drei zu beschaffen, berichtete er seinen V-Mann-Führern. Bis heute ist nicht restlos geklärt, wie der Verfassungsschutz mit den Infos umging.