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| 18:55 Uhr

Wassermangel
Das Spreewasser wird knapp

Noch führt die Spree ausreichend Wasser.
Noch führt die Spree ausreichend Wasser. FOTO: deyveone - stock.adobe.com / deyveone
Cottbus. Der Sommer, der auch in der Lausitz nicht enden will, strapaziert die Natur. Mit Blick auf den Wasserhaushalt der Spree sprechen Experten inzwischen von einer Extremsituation. Am Montag findet deshalb in Cottbus eine länderübergreifende Krisensitzung zur Lausitzer Trockenzeit statt. Von Torsten Richter-Zippack und Christian Taubert

Jetzt schlägt sich die seit April anhaltende Dürre in der Lausitz auch auf die Spree nieder. Deren Wasser wird knapp. Die mit dem Freistaat Sachsen vertraglich fixierten 20 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr aus den Talsperren Bautzen und Quitzdorf werden nach Angaben des Bergbausanierers LMBV voraussichtlich bis Anfang September aufgebraucht sein. Das bestätigt auch Katrin Schöne von der sächsischen Talsperrenverwaltung, die hinzufügt: „Wir haben eine Extremsituation.“

Die Sachsen haben die Spree, den Spreewald und die Wasserversorgung bis nach Berlin aber nicht allein „gerettet“. Aus den Grubenwasser-Aufbereitungsanlagen des Bergbaukonzerns Leag in der Lausitz gelangen rund fünf Kubikmeter klares und kühles Wasser pro Sekunde in die Spree und ihre direkten Nebenflüsse. „Die Wasserwirtschaft des Bergbaus ist ein stabiler Einleiter“, betont der Leiter Tagebauentwässerung bei der Leag Stephan Fisch gegenüber der RUNDSCHAU.

Der Hitzesommer 2018 zwingt dennoch zum Krisengipfel. Behördenvertreter aus Brandenburg und Sachsen sowie von LMBV und Leag werden am Montag beim Landesumweltamt in Cottbus das weitere Wassermanagement der Spree beraten. Wie der Abteilungsleiter Flussbewirtschaftung beim Umweltamt Thomas Avermann erklärt, soll der Zufluss von neun Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Talsperre Spremberg aus Sachsen auch im September weitgehend aufrechterhalten werden. Es gebe noch keinen Grund zur Panik, sagt Avermann, „aber wir müssen vorbereitet sein“.