Nach Eva Rieger hat nun auch die renommierte Musikwissenschaftlerin Eva Weissweiler Friedelind ein Buch gewidmet, "Erbin des Feuers". Ihr Problem dabei: Im Gegensatz zu Rieger hatte sie keinen Zugang zu dem Archiv des Friedelind-Erben Neill Thornborrow. Diesen Nachteil macht sie wett, indem sie andere Quellen wie etwa Friedelinds Hauptwerk "Nacht über Bayreuth" oder ihre journalistischen Arbeiten aus dem Exil akribisch auswertet.

Entstanden ist so das Lebensbild einer beeindruckenden Frau, die sich ihrer anfänglichen Judenressentiments zu entledigen wusste, um sich gegen ihre nazihörige Familie zu stellen. Friedelinds unabhängiger Geist zeigte sich auch später, als sie die Festspiel-Meisterklassen in Bayreuth aufbaute.

Schade, dass der Verlag bei dem Buch so ganz auf Bilder verzichtet hat.

Eva Weissweiler: Erbin des Feuers. Friedelind Wagner. Eine Spurensuche. Pantheon Verlag, 368 Seiten, 14,99 Euro.