Schul-, Klassen- und Fachkonferenzleiter erhalten in Zukunft über sogenannte Anrechnungsstunden mehr Freiraum, um ihre Aufgaben intensiver wahrnehmen zu können. Für eine dreizügige weiterführende Schule mit 35 Lehrkräften bedeute dies zum Beispiel zehn Wochenstunden oder "einen halben Lehrer" mehr, erläuterte Rupprecht. An Brandenburgs Schulen arbeiten derzeit rund 21 000 Pädagogen; insgesamt gibt es laut Ministerium 19 000 Vollzeitstellen.
Die Bildungsexpertin der Linkspartei.PDS, Gerrit Große, kritisierte, von Ruhe, Kontinuität und einer hohen Qualität des Unterrichts an den Schulen könne nicht die Rede sein. Angesichts der Stellenkürzungen sei die Ausstattung mit Lehrern äußerst angespannt.
Spätestens von 2007/08 an soll jeder Schulrat jährlich mit den Schulleitungen "datengestützte Qualitätsgespräche" führen. Dabei wird es laut Rupprecht um das Abschneiden bei Leistungsvergleichen oder auch Ausfallquoten gehen. Im Ergebnis würden Zielvereinbarungen geschlossen. Erstmals wird im kommenden Schuljahr das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler in den dritten bis zehnten Klassen in Ziffernform bewertet. Zu den insgesamt sieben Kategorien gehören Lern- und Leistungsbereitschaft sowie Konfliktfähigkeit und Toleranz.
Während Minister Rupprecht ausdrücklich verneinte, dass es sich hier um "Kopfnoten" handelt, begrüßte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Ingo Senftleben, deren Einführung. Sie würden von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung und Wirtschaft gewünscht. Um die "Kopfnoten" hatten die Koalitionspartner SPD und CDU lange gestritten.
Künftig sollen Erzieher in Grundschulen und Lehrer in Kitas hospitieren, um für die Kinder den Übergang zur Schule zu erleichtern. "Brandenburg übernimmt damit eine bundesweite Vorreiterrolle", stellte Rupprecht fest. Der Minister beklagte einen allgemeinen Werteverlust.