An der Befragung teilgenommen haben etwa 180 Leser und Online-Nutzer, die sich im Umfragecenter der LAUSITZER RUNDSCHAU registriert haben. Mehr als zwei Drittel davon haben die Beilage "Leben im Osten" gelesen. In dem Magazin wurden spannende Geschichten zur Zeit des Mauerfalls und danach erzählt sowie interessante Menschen porträtiert. Eine Allensbach-Studie im Auftrag der RUNDSCHAU und weiterer 14 ostdeutscher Tageszeitungen hat die Sicht auf den inneren Zustand der Gesellschaft 25 Jahre nach der Wende ergänzt. Ausgehend von der Studie und dem Magazin bezieht die RUNDSCHAU nun ihre eigenen Leser in die grundsätzlichen Themen des Magazins mit ein, das bei den Lesern auf sehr gute Resonanz stieß.

Der Großteil der Umfrageteilnehmer war zur Wendezeit zwischen 31 und 50 Jahren alt, rund ein Viertel machte die damals 20- bis 30-Jährigen aus. Mehr als die Hälfte der Befragten erhoffte sich nach dem Fall der Mauer vor allem Reisefreiheit, dicht gefolgt von Meinungsfreiheit sowie einen besseren Job und mehr Geld. Die Aspekte Sicherheit und Familienzusammenführung spielten eine eher untergeordnete Rolle. Einige knüpften ihre Erwartungen außerdem an die Freiheit in der Berufswahl oder an größere Fach- und Sachkompetenz der Politiker.

Knapp 90 Prozent sagten, ihre Erwartungen und Hoffnungen nach der Wende hätten sich ganz oder zumindest teilweise erfüllt. Die Lausitzer werten die Wiedervereinigung überwiegend als Erfolgsgeschichte, knapp ein Drittel ist geteilter Meinung. Aus den Antworten herauszulesen war auch die Hoffnung, dass nach dem Mauerfall positive Dinge aus der DDR mit in das "Neue" Deutschland gelangen. 82 Prozent der Umfrageteilnehmer antwortete auf die Frage, ob es denn Dinge in der DDR gab, die besser waren, mit "ja". Topantwort war dabei die Kinderbetreuung, gefolgt vom Zusammengehörigkeitsgefühl und einem sicheren Arbeitsplatz. Alternativ wurde auch das damalige einheitliche Bildungssystem angeführt.

Heute wiederum sehen die meisten Befragten ein Leben in Freiheit und Sicherheit, die Reise- und Meinungsfreiheit und einen höheren Lebensstandard als wesentliche Verbesserungen im Vergleich zur DDR an. Ferner genannt wurden Punkte wie der Ausbau der Infrastruktur, Informationsmöglichkeiten, ein verbessertes Warenangebot und größere Entwicklungschancen.

Rund 40 Prozent sehen sich heutzutage als Ostdeutsche, nahezu genauso viel als Bürger der Bundesrepublik Deutschland. Lediglich 13 Prozent betrachten sich selbst als Europäer. Mit Ostdeutschland in Verbindung bringen die meisten Befragten den Begriff "Heimat", die Antworten "ehemalige DDR" und "friedliche Revolution" folgen auf den Plätzen. "Wiederaufbau" sagen nur elf Prozent.

Die Schere zwischen Arm und Reich und der Wegzug junger Menschen sowie die demografische Entwicklung werden 25 Jahre nach dem Mauerfall als größte Probleme angesehen. Sorgen machen zudem die hohen Kriminalitätsraten und der drohende Ärztemangel. Ein weiteres aktuelles Problem seien die rechtsradikalen Gruppierungen. Unter der Rubrik "Sonstiges" wurden Antworten wie "auseinanderklaffende Renten" oder "parteiliche Seilschaften" genannt.

Gefragt wurde zudem nach den auch heute noch teilweise existierenden Vorurteilen zwischen West und Ost. Beim Wort "Wessi" fielen den Befragten spontan Begriffe ein wie "Egoismus", "arrogant" oder "Besserwisser". Den "Ossi" hingegen setzten viele der Umfrageteilnehmer gleich mit "Unzufriedenheit", "zu verständnisvoll" oder "arbeitsam". Generell konnte man aus der Umfrage aber herauslesen: Die Wende hat Chancen eröffnet, die viele nutzen konnten. Doch nicht jeder hatte das nötige Glück.

Zum Thema:
Das Umfrage-Center hat die LAUSITZER RUNDSCHAU im Internet unter umfrage.lr-online.de gestartet, um mehr über die Gewohnheiten der Lausitzer zu erfahren. So wurden beispielsweise die Landtagswahlen und der Saisonstart des FC Energie unter die Lupe genommen. Das Mitmachen ist für Teilnehmer kostenlos. Mit jeder Umfrage können Sie Punkte sammeln und gegen Einkaufs-Gutscheine eintauschen. Die nächste Umfrage dreht sich um das Thema "Winterzeit". Registrieren können Sie sich online unter umfrage.lr-online.de

Kommentare via Twitter

@lr_online ehrlich Augen auf es ist nur ein Teilerfolg viel wurde kaputt gemacht was jetzt wieder kommt und Steuergeld kostet!!

— thor38 (@cottbus1970) 16. Oktober 2014