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| 02:34 Uhr

Das Lausitzer Handwerk – von Strukturdebatte bis spitze im Osten

Regierungschef Dietmar Woidke (l.) und Handwerkskammer-Präsident Peter Dreißig im Meistersaal beim Neujahrsempfang.
Regierungschef Dietmar Woidke (l.) und Handwerkskammer-Präsident Peter Dreißig im Meistersaal beim Neujahrsempfang. FOTO: M. Helbig
Cottbus. Strukturwandel in der Lausitz mit der Braunkohle, Integration von Flüchtlingen und Spitzenposition im Osten bei der Ausbildung in Handwerksberufen – beim Neujahrsempfang der Handwerkskammer Cottbus war für Gesprächsstoff gesorgt. Christian Taubert

Gerade erst hat Brandenburgs SPD beschlossen, die Lausitz bei der Entwicklung und Umsetzung einer langfristigen Zukunftsstrategie für die Region zu unterstützen. Am Tag nach dem Potsdamer Beschluss konnte Partei- und Regierungschef Dietmar Woidke dies am Mittwoch vor Ort erläutern. Vor gut 400 geladenen Gästen des Neujahrsempfangs der Handwerkskammer (HWK) Cottbus machte er deutlich, dass der Strukturwandel mit der Braunkohle einhergehen müsse.

Der Ministerpräsident fügte im Meistersaal am Cottbuser Altmarkt hinzu: Ihm sei dabei die Botschaft wichtig, dass die Lausitz auch in Zukunft als Energieregion eine hohe Bedeutung haben werde. Für diesen Prozess erhoffe er sich dauerhaft von der BTU Cottbus-Senftenberg einen Technologietransfer von der Wissenschaft in Wirtschaft und Gesellschaft. Davon könnten Cottbus, die Lausitz und ganz Brandenburg erheblich profitieren, "wenn wir diese Chancen nutzen", zeigte sich Woidke optimistisch.

Dass Landesregierung und Akteure in der Lausitz bei der Gestaltung des langfristigen Strukturwandels an einem Strang ziehen, darauf ging HWK-Präsident Peter Dreißig ein. Am 18. Januar werde die Innovationsregion Lausitz GmbH gegründet. Ein Gremium, das neue Impulse für die Wirtschaftsentwicklung setzen soll. Dafür sitzen Kammern, Wirtschaftsverbände und Wissenschaft in einem Boot. Als Ziel hat die Innovationsregion anvisiert, dass die Lausitz auch nach einem Strukturwandel Industrieregion bleiben muss.

An dem Thema Flüchtlinge kommt an diesem Abend niemand vorbei. 30 000 seien im Jahre 2015 nach Brandenburg gekommen. Sie wurden in der Erstaufnahme versorgt und auf die Kommunen verteilt. Doch das Schlüsselwort, so Woidke gegenüber der RUNDSCHAU , laute Integration. Mit dem von ihm ins Leben gerufenen "Bündnis für Brandenburg" habe er eine Plattform für viele Ideen und Initiativen bieten wollen, die dabei helfen, Integration vor Ort zu gestalten. Jetzt setze er auf viele weitere lokale Bündnisse für Integration, um die Arbeit auf kommunaler Ebene weiterzuführen.

Der Cottbuser Handwerkskammer zollte der Regierungschef ausdrückliches Lob. Peter Dreißig habe zu den Erstunterzeichnern seines Bündnis-Aufrufes gehört. Und der HWK-Präsident wies seinerseits darauf hin, dass statt Runder Tische Willkommenskurse für Flüchtlinge organisiert wurden. Am Ausbildungszentrum Gallinchen konnten 40 Asylbewerber handwerkliche Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Nicht ohne Stolz nannte Dreißig die 2015 im HWK-Bezirk abgeschlossenen 712 Lehrverträge - rund 17 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit rangiert das Lausitzer Handwerk auf der Spitzenposition im Osten. Der Erfolg zeige auch, dass die Imagekampagne des deutschen Handwerks immer besser ankomme. Bei ihr steht die Jugend im Mittelpunkt.

Für Regierungschef Dietmar Woidke belege dieser Zuwachs das große Engagement der Handwerksbetriebe für junge Menschen, "damit diese sich hier eine berufliche Zukunft aufbauen können".