Die Ampelregelung hat vor allem in den Morgen- und Abendstunden die Fahrzeit um eine Viertelstunde verlängert. Was die Berufspendler schon ahnen konnten: Irgendwann musste noch die Fahrbahndecke aufgebracht werden.

1.) Am Dienstag nun sind die Fräs- und Asphaltarbeiten bei Vollsperrung beendet. Zwei Wochen lang wälzte sich der Verkehr mühsam über Großrä schen und Freienhufen zur A 13 oder am Lausitzring vorbei nach Senftenberg und zurück zur Bundesstraße.

Doch damit gilt erst eine von fünf Baustellen dieses Jahres als erledigt und überstanden. Spätestens von Ende Mai bis Ende September gilt auf einer der komfortabelsten Bundesstraßen der Region wieder "Staustufe Rot". Sperrungen, Umleitungen, Staus und viel mehr Fahrzeit müssen auf dem Weg zur und von der Arbeit eingeplant werden. Dennoch verteidigt Anke Schlosser, Sachgebietsleiterin beim Landesbetrieb Straßenwesen, die schnelle Abfolge der notwendigen Bauarbeiten. "Wir hätten die Baumaßnahmen auch auf drei Jahre verteilen können, haben uns letztlich aber für die schnelle Variante entschieden", hofft sie auf Einsicht der Dauerbenutzer dieser Bundesstraße und fügt hinzu: "So ist es am effektivsten."

Das ist der enge "Fahrplan" für die Straßenbauer und ihre Partner in den nächsten Monaten:

2.) Vom 29. Mai bis Ende September wird die Ortsdurchfahrt Schwarzheide gesperrt, um die Fahrbahn zu erneuern. Es wird eine großräumige Umleitung Richtung Cottbus und Richtung Ruhland über die Autobahnen A 13/A 15 ausgeschildert. Eine weitere Umleitung führt aus Richtung Cottbus über die B 169, die L 60 und die L 55.

3.) Vom 6. Juni bis zum 19. Juli soll die Fahrbahndecke auf der B 169 zwischen dem Knotenpunkt mit der B 156 (Richtung Spremberg) und dem Knotenpunkt mit der B 96 (Richtung Großräschen) in halbseitiger Bauweise erneuert werden. Der Verkehr wird mittels Ampelregelung an der Baustelle vorbeigeleitet.

4.) Vom 20. Juli bis zum 30. September ist die Ortsdurchfahrt Allmosen komplett gesperrt, um einen Regenwasserkanal zu verlegen. Die Umleitung führt ab Lindchen über die L 531 und die L 53 nach Großräschen.

5.) Vom 22. bis 30. Juli bekommt der Knotenpunkt bei Schorbus (hinter Klein Oßnig) eine neue Fahrbahndecke. Aufgrund der Vollsperrung wird von Cottbus aus eine Umleitung über die B 97 bis kurz vor Spremberg geführt. Von dort geht es über die L 52 bis zur B 169 vor Drebkau.

Dass die Planer beim Landesbetrieb trotz enger Zeitfenster und Bauabsprachen sowie Verträgen flexibel sind, haben sie gerade beim Baustart in der Ortsdurchfahrt Schwarzheide bewiesen. Der sollte ursprünglich am 17. Mai - einen Tag nach der Eröffnung des neuen Straßenabschnittes bei Sedlitz - erfolgen. Doch mit Rücksicht auf das DTM-Wochenende vom 19. bis 21. Mai auf dem Lausitzring ist der Beginn auf den 29. Mai verschoben worden. "Es bleibt aber beim Abschluss Ende September", sagt Anke Schlosser.

Während das Ende des Jahres der Baustellen zumindest am Horizont in Sicht ist, bleibt der alltägliche Stau zwischen A 15-Abfahrt, Klein Gaglow, Klein Oßnig und Schorbus ein Dauerärgernis. Wenn es morgens und abends im Berufsverkehr eng wird auf dem Abschnitt, verdichten zusätzlich vor allem Transit-Schwerlaster die B 169. Sie kürzen den 30,7-km-Autobahnumweg über das Spreewalddreieck ab.

Ob eine Klein Oßnigerin mit ihrer erfolgreichen Lärmschutzklage (siehe Infobox) auch dafür Entlastung bringt, könnte sich schneller entscheiden, als die jetzige "Staustufe Rot" vorüber ist.

Zum Thema:
Fünf Baustellen bis Ende September auf der B 169 zwischen Cottbus, Senftenberg und Schwarzheide stellen den Lkw-Transitverkehr vor die Fragen: Auf den Autobahnen 13 und 15 bleiben und über das Spreewalddreieck fahren? Oder, Staus in Kauf nehmen und langsam über enge Landesstraßen ausweichen? Beides ist für die Brummis wenig effektiv. Vor allem die zweimonatige Vollsperrung der Ortsdurchfahrt von Allmosen wird unter Experten dabei als Testfall für ein künftig mögliches Lkw-Fahrverbot angesehen. Immerhin bleibt nach dem Urteil des Cottbuser Verwaltungsgerichtes zur Gewährung von Lärmschutz für Klein Oßnig (vom Dezember 2016) kaum eine Alternative.