Mit dem Dach wurde im Muskauer Park der Grundstein für den Wiederaufbau des Neuen Schlosses gelegt. Daran erinnert Norbert Seibt, Niederlassungsleiter des Staatsbetriebes Immobilien- und Baumanagement in Bautzen, in diesen Tagen. Es galt schließlich, den Rat der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau davon zu überzeugen, dass aus der Ruine wieder ein Schloss werden soll. "Das war die größte Herausforderung", so Seibt. Es folgten Variantenuntersuchungen, dann schließlich das Dach. Der Anfang einer langen Baugeschichte

18 Jahre hat die äußere Wiedererrichtung des Herzstücks des Parks gedauert. 25 Millionen Euro sind in das Gebäude geflossen. 3,3 Millionen Euro hat allein der letzte Abschnitt, der Festsaal, gekostet. Mit seiner Einweihung am heutigen Tag wird der offizielle Schlusspunkt unter die Bautätigkeit am Schloss gesetzt.

Doch von Wehmut will Norbert Seibt, der das Projekt von Anfang an betreut, noch nichts wissen. "Ein bisschen bauen wir ja auch noch." So muss der Baustellendamm durch den Luciesee noch im Herbst rückgebaut werden, und auch die Beleuchtung erfordert noch einige Handgriffe.

"Ein großer leerer Kasten." Das ist die erste Erinnerung, die Stiftungsgeschäftsführer Cord Panning ans Neue Schloss hat. Ihn trieb damals vor allem die Frage um, wie das Gemäuer überhaupt genutzt werden kann. So manche Stunden hat dann auch der Stiftungsrat über der Nutzungskonzeption "gebrütet". Letztlich wurde das Schloss schrittweise fertiggestellt und so in Betrieb genommen. Die Muskauer Schule für grüne Berufe machte im Nordflügel den Anfang. Es folgte mit der Dauerausstellung über Pückler die Eröffnung des Südflügels. Tourismuszentrum, Trauzimmer, Café, Büros für die Stiftung sowie Räume für Sonderausstellungen sind seitdem dazugekommen. "Eine tolle Sache", schwärmt Cord Panning über die Entwicklung der letzten Jahre. Mit dem Festsaal kommt nun ein weiteres Angebot dazu, das Bürger gern nutzen können.

An die Veränderung im und am Schloss und im grenzüberschreitenden Park, der seit 2004 durch einen gemeinsamen Antrag von Polen und Deutschland Unesco-Weltkulturerbe ist, erinnert ab Mittwoch eine Sonderausstellung. "20 Jahre Fürst-Pückler-Park Bad Muskau - vom Fragment zur binationalen Welterbestätte" blickt zurück auf zwei Jahrzehnte Stiftungsgeschichte.

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Nach dem offiziellen Festakt hat die Öffentlichkeit am heutigen Mittwoch von 17 bis 18.30 Uhr die Möglichkeit, sich Festsaal und Sonderausstellung zum Jubiläum der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau anzuschauen. Um 18.30 Uhr beginnt auf der Schlosswiese ein Festkonzert mit der Pasternack-Big-Band aus Rostock. Geboten wird Musik mit bestem Big-Band-Sound.Der Eintritt zum Konzert ist frei, dennoch sollte man die Geldbörse nicht vergessen. Der Förderverein Fürst-Pückler-Park verkauft Wein für den guten Zweck. Das Geld fließt in das nächste Projekt - die Revitalisierung des Kuppelbaus im Badepark.