In Finsterwalde-Nehesdorf ist seit dieser Woche das Tanklöschfahrzeug (TLF) 4000 wieder im Depot der Freiwilligen Feuerwehr. "Es stand überraschend wieder vor unserer Tür", sagt Gerätewart Andreas Häring. Von einem Mitarbeiter des Herstellers im mehr als 570 Kilometer entfernten Ulm habe es eine Einweisung gegeben. Seither haben mehrere Nehesdorfer Kameraden das Schmuckstück getestet. "Es sollen Reifen, Aufhängungen und Federung verändert worden sein", schildert Andreas Häring. "Das Fahrverhaltern hat sich grundlegend verbessert. Wir sind einsatzbereit."

Damit dürfte jene Feuerwehr-Posse ein Ende gefunden haben, die den Hersteller Magirus Mitte September zu einer unangenehmen Rückholaktion veranlasst hatte. Nach Reklamationen vor allem der Finsterwalder Kameraden hatte der Spezialist auf dem Gebiet der Fertigung moderner Feuerwehren sechs bereits ausgelieferte Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen und zurück nach Ulm geholt. Die Kritik an dem Auto bezog sich darauf, dass es nicht in der Spur bleiben würde und in Kurven dazu neige, auszubrechen. Die Wehren in Lübbenau, Welzow-Proschim, Baruth, Groß Kreutz und Prenzlau mussten daraufhin ebenfalls ihre 250 000 Euro teuren neuen Tanklöschfahrzeuge im Werk nachrüsten lassen.

Nachdem die Wehren im Juli ausgeliefert worden waren, hatte Magirus wenig später verfügt, dass die Fahrzeuge die Deports nicht verlassen dürfen. Mitte September folgte eine Mitteilung, dass man mit dem Fahrgestell-Hersteller eine ausführliche Prüfung durchgeführt habe und daraufhin die TLF 4000 nachrüsten werde. Da das Land Brandenburg insgesamt 31 dieser Tanklöschfahrzeuge bestellt hatte, versicherte Magirus, alle bestellten Feuerwehren zulasten des Herstellers nachzurüsten. Eine Erklärung zu den vorgenommenen Veränderungen hat es trotz Anfrage der RUNDSCHAU nicht gegeben.

Für das Land Brandenburg ist das "trübe Kapitel" um die 31 modernen TLF 4000 damit noch nicht ganz abgeschlossen. Immerhin stehen noch 25 bestellte Wehren bei Magirus auf den Montagebändern. "Das Gesamtpaket sollte ursprünglich bereits im Mai ausgeliefert werden", ruft Wolfgang Brandt vom Potsdamer Innenministerium in Erinnerung. Dann sei der Termin auf Juli festgelegt worden. Und nun gebe es die Zusicherung, dass noch im Dezember alle Wehren ausgeliefert werden sollen.

Das Innenministerium geht jetzt davon aus, dass mithilfe vor allem der Finsterwalder Kameraden auf technische Probleme aufmerksam gemacht wurde, die nun an den neuen Fahrzeugen behoben sein werden. Nach Brandts Einschätzung sei Magirus entgegenkommend mit der Beseitigung der Mängel umgegangen. Deshalb gebe es auch keinen Grund, diesen Hersteller bei künftigen Ausschreibungen zu meiden.

Dass Brandenburg weiterhin Bedarf an der Modernisierung der Feuerwehren im Land hat, steht nach gut 20 Jahren außer- frage. Nicht nur die Fahrzeuge seien veraltet, auch bei der Feuerwehrtechnik habe es natürlich Fortschritte gegeben, erläutert Brandt. Doch um neue Aufträge auszulösen, müssten erst Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.