„Vor allem dem ukrainischen Großindustriellen Rinat Achmetow und der deutschen Tierschützerin Maja Prinzessin von Hohenzollern ist es zu verdanken, dass die Ukraine nun mit internationaler Hilfe moderne Tierheime errichten und verwalten will“, sagte Alexander Lukiantschenko, Bürgermeister von Donezk. Ab sofort sollen keine Straßenhunde mehr getötet werden. Bereits im Frühjahr will die Achmetow-Stiftung ein Mustertierheim in Donezk eröffnen. Mit Sterilisationsprogrammen und Tiervermittlungen nach europäischem Vorbild soll in der Ukraine dann landesweit Tierschutz nach modernen Maßstäben praktiziert werden.

Vergiftet, verbrannt, erschlagen

„Humanitäre Ziele sind nur mit humanen Methoden erreichbar. Das weiß man in Europa schon lange, und daran wollen wir uns jetzt auch messen lassen. Wir wollen ab jetzt mit gutem Beispiel vorangehen und uns im Tierschutz die erfolgreichsten europäischen Modelle zum Vorbild machen“, sagte Achmetow laut Website der Achmetow-Stiftung bei dem Treffen mit Maja Prinzessin von Hohenzollern und dem Vorsitzenden des Europä ischen Tier- und Naturschutzvereins, Dieter Ernst.

Die ehemalige Sowjetrepublik, in der im kommenden Sommer die Fußball-Europameisterschaft Euro 2012 ausgetragen wird, war in den vergangenen Monaten wegen ihres Umgangs mit herrenlosen Hunde international stark in die Kritik geraten. Vor allem das Vergiften, das Erschlagen und das Verbrennen der Streuner hatte nicht nur Tierschützer, sondern auch die Veranstalter und Sponsoren der Euro 2012 auf den Plan gerufen. „Wir werden bereits im Januar unsere Spezialisten nach Donezk schicken. Rinat Achmetow hat uns versprochen, bei der Einfuhr von Medikamenten und der Einreise unserer Tierärzte bei der Regierung und den Behörden zu vermitteln“, erklärte Maja Prinzessin von Hohenzollern.

Das Gespräch mit Achmetow und seinen Mitarbeitern wird von den Tierschützern als „offen und konstruktiv“ beschrieben. „Er sagte, die Ukraine habe in Sachen Tierschutz einen großen Nachhol- und Beratungsbedarf, man würde die Hilfe aus Europa gerne annehmen“, sagte Ernst.

Hoffnung auf Wende

Ach die ukrainischen Tierschützer freuen sich über diese Wende, wollen die konkreten Ergebnisse aber erst einmal abwarten. „Wir müssen sehen, ob sich in den nächsten Monaten konkret für die Tiere etwas verbessert. Wenn es aber gelingt, eine landesweit einheitliche, europäischen Maßstäben entsprechende Richtlinie zum Schutz der Tiere umzusetzen, wäre das ein schöner Erfolg“, sagte Tamara Tarnawskaja, Vorsitzende der Tierschutzgesellschaft SOS. Rinat Achmetow hatte Maja Prinzessin von Hohenzollern sogar das Versprechen gegeben, umgehend einen Hund aus einem Donezker Tierheim zu adoptieren. „Wenn man mit gutem Beispiel vorangeht, verändert sich die Einstellung der Leute oft sehr schnell“, sagte Maja Prinzessin von Hohenzollern.