Deutschland erlebt eine Reindustrialisierung - und ist damit gut durch die Krise gekommen. Der Anteil der Industrie an der Wertschöpfung konnte gehalten und zuletzt sogar gesteigert werden, so eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die heute in Berlin vorgestellt wird. Auftraggeber der Studie ist das Bundeswirtschaftsministerium.

Verantwortlich für die stabile Entwicklung sei vor allem der Export. "Zudem sind die Standortbedingungen für die Industrie hierzulande als gut bis sehr gut zu beurteilen", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" den Wissenschaftler Karl Lichtblau vom IW. Unter 45 untersuchten Ländern stünde Deutschland auf dem fünften Rang. Im Jahr 2011 habe der Industrieanteil bei rund 23 Prozent gelegen. Andere EU-Staaten hatten laut Bericht weniger: Italien zuletzt 16 Prozent, Spanien 13 Prozent, Frankreich und Großbritannien nur etwa 10 Prozent.

Vor diesem Hintergrund plädieren SPD und Gewerkschaften für einen Richtungswechsel in der Wirtschaftspolitik der Europäischen Union. Notwendig sei ein Wachstum, das wieder auf reale Werte statt auf fiktive Finanzvermögen setze, heißt es in einem am Samstag in Berlin vorgestellten Memorandum.

In Brandenburg ging der Umsatz der Industrie im August 2012 im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht zurück und betrug nach Angaben des Amtes für Statistik 1,9 Milliarden Euro. Davon entfällt eine halbe Milliarde Euro auf den Auslandsumsatz.