. Zu Ostern soll der schwimmende Steg unterhalb des Leuchtturm-Hotels im Geierswalder See schwimmen - als Anlegemöglichkeit für Bootstouristen. Das Lausitzer Seenland erhält damit eine weitere Attraktion. Der Betonsteg, dessen Pontonelemente zurzeit von der GS Baugesellschaft in Cottbus gefertigt werden, brauchte Anlaufzeit. Auch, weil Untersuchungen an den Schwimmkörpern langwierig und kompliziert gewesen seien, erklärt Geschäftsführer Stefan Giebler. Seine Firma ist eine Ausgründung aus der ehemaligen Fachhochschule Lausitz, die den Kontakt zum heutigen BTU-Campus am Standort Sachsendorf braucht.

Manche wissenschaftliche Untersuchung der Beton-Schwimmkörper wäre zweifellos befördert worden, wenn es jene Versuchsrinne schon gegeben hätte, die zurzeit auf dem Campus an die Kranhalle der Bauingenieure angedockt wird. Der fünf mal 15 Meter große Betonbottich, mit schwarzer Folie wasserundurchlässig verschweißt, ist für die Forschungen des Institutes für schwimmende Bauten ein weiterer Meilenstein. "Die Versuchsrinne macht uns unabhängig von Witterungseinflüssen auf den Seen", sagt Institutsleiter Dr. Peter Strangfeld. Das beschleunige die Forschungen, die thematisch insgesamt mit einer Million Euro über den Bund gefördert und auch durch die Energieregion Lausitz-Spreewald unterstützt werden.

In dem Becken, das Schwimmkörper zumeist in Originalgröße aufnehmen kann, werden Wellen pneumatisch erzeugt. Das Modell hatte Bachelor/Masterstudent Shadi Sykora entworfen und gefertigt. Mehr als ein Jahr hat es nach Angaben von Prof. Horst Stopp gedauert, ehe Anträge bewilligt waren und die Europäischen Union das Projekt mit 40 000 Euro gefördert hat. Dass es vor der Kranhalle Platz finden konnte, hat das Projekt im erträglichen Finanzrahmen gehalten. Denn eine Kranbahn, mit deren Hilfe die schweren Elemente befördert und in die Versuchsrinne gesetzt werden können, war schon vorhanden.

Ganz korrekt heißt die Neuheit auf dem Sachsendorfer Campus "Breite wasserbauliche Versuchsrinne zur Untersuchung schwimmender Bauteile und Wärmeübertrager unter Wasserwellenbelastung". Für das Duo Strangfeld und Stopp sind damit auch jene Fragen umrissen, die in Zukunft detailliert für schwimmende Siedlungsstrukturen beantwortet werden müssen. "Die Konkurrenz von der Insel Rügen und Hamburg bis ins Frankenland ist groß", sagt Stopp. Doch mit dem Institut und der neuen Versuchsrinne sowie dem einzigartigen Experimentierfeld des Seenlandes vor der Haustür sei die Lausitz konkurrenzfähig.

Dass dies deutschlandweit und international anerkannt wird, zeigen die Anmeldungen zu Weiterbildungsmodulen zum Thema "Schwimmende Architektur - Bauen am und im Wasser" unter www.b-tu.de . Für Stopp profitiere man dabei auch noch von der Anziehungskraft der IBA Fürst-Pückler-Land. Deren Visionen verfolgen Stopp oft noch heute. Eine schwimmende Skulptur sei nie realisiert worde n. Prof. Stopp: "Als Symbol für die Lausitz würde so etwas den Cottbuser Ostsee attraktiv und anziehend machen."